Das Bankhausvon der Heydt- Kersten & Söhne, Wuppertal-Elberfeld, feierte seinen 200. Geburtstag. Das ist in der vielseitigen Firmengeschichte der deutschen Wirtschaft ein erstaunliches Jubiläum. Dennoch ist dieses Privatbankhaus nicht das älteste unter seinesgleichen Es steht jedoch an zweiter Stelle unter den "Senioren". Den Rang des Alterspräsidenten hält das Privatbankhaus Eichhorn & Co., früher in Breslau und jetzt in Nürnberg, dessen Chef immer noch ein Namensträger dieser alten schlesischen Familie ist. Man sollte angesichts der vielfachen Krisen der vergangenen 200 Jahre kaum glauben können, daß ein Bankinstitut all diesen Eingriffen und gewaltsamen Störungen Trotz bieten konnte. Es spricht für die innere Stärke, für die kaufmännische Kunst der jeweiligen Inhaber und für die Kraft einer Bankiertradition, daß dies gelang. Diese Tradition begann 1754 mit der Gründung, als Conrad Kersten mit seinen beiden Söhnen das Bankhaus "Gebrüdere Kersten" errichtete. Die Geschichte des Bankhauses ist eine Geschichte des wirtschaftlichen und industriellen Aufstiegs Elberfelds, Barmens und des Bergischen. Landes. Aber schon in den ersten Generationen ging das Haus weit über den eigenen Raum hinaus, arbeitete mit den Hansestädten und war groß im Remboursgeschäft. Man handelte mit Baumwolle aus Georgia oder Louisiana, aus der Levante oder Smyrna, man handelte mit Twist, Indigo sowie Zucker, später mit Südfrüchten und Getreide, neuerdings auch mit Butler, Eiern und Kaffee. Die Geschäftsbeziehungen reichten von der Küste bis in den Raum von Frankfurt. So ist es auch heute noch. Daneben ist das Haus traditionelle Bankverbindung für manche Großfirma des Reviers, für Werke der Elektroindustrie, für Dampfschiffahrtsgesellschaften, selbstverständlich auch für die Textilindustrie und für die Solinger und Remscheider Kleineisenindustrie. Nach Sal. Oppenheim jr. & Cie., Köln, ist der Jubilar das größte Privatbankhaus Nordrhein-Westfalens, Es steht in engster Geschäftsverbindung mit. dem Bankverein für Westdeutschland, dem westlichen Nachfolgeinstitut der Commerzbank.

Anläßlich des Jubiläums hat das Institut eine Firmenschrift herausgegeben, die Dr. Hans Kurzrock in schmissiger Form unter Mitarbeit von Hanne-Lore Schlösser verfaßt hat. lt.

Weitere Aktionär-Darlehen bei der Eternit AG. Die Eternit AG, Berlin, Hamburg und Tönning (Holstein), schloß 1953 nach erheblich höheren Anlageabschreibungen von 0,72 (i V. 0,52) Mill. DM mit einem Jahresgewinn von 47 679 DM, um den sich der Verlustvortrag auf rund 0,16 Mill. DM verringert. Von Vorstandsseite wurde auf der HV in Berlin mitgeteilt, daß im Berichtsjahr zwischen der Firma und einigen Aktionären Darlehensverträge im Gesamtbetrag von 3 Mill. DM geschlossen worden sind. Die Beträge seien inzwischen zur Verfügung gestellt worden? die Darlehensgelder haben das Recht, jederzeit die Wandlung der Darlehen in Aktien zu pari zu verlangen. Die Firmenleitung hat die Absicht, im laufenden Geschäftsjahr auf gleicher Basis weitere Darlehen bis zu 4 Mill. DM aufzunehmen.