Der Schwerpunkt des Aufwandes an Investitionen bei der

Bayerischen Motorenwerke AG München lag in 1953. Im ersten Halbjahr 1954 wurde der Kapazitätsaufbau abgeschlossen, so daß BMW nun als Ersatz für die verlorenen Eisenacher Werke auch eine moderne Automobilfabrik besitzt. Während 1953 der Motorradausstoß (unbeeinflußt von dem Rückgang der Motorradproduktion in der Bundesrepublik) unverändert lag – es wurden 27 730 Motorräder produziert und verkauft –, wurde 1954 ohne Investitionen durch Rationalisierung eine Produktionserhöhung um 18 v. H. eingeplant. Im gut angelaufenen Automobilgeschäft gingen von 1621 hergestellten Wagen 22 v. H. in den Export, während be Motorrädern BMW 19 v. H. der deutschen Kradausfuhr besetzt. Bei einem Gesamtumsatz in Milbertshofen von (in Mill. DM) rund 80 blieben aus 55,12 (55,20) Rohüberschuß nach Abzug aller Kosten 66 291 DM Gewinn, dessen Vortrag die HV bei Enthaltung von 11 400 Stimmen – von 30 AK waren 18,12 vertreten – genehmigte. Vorstand und AR wurden einstimmig entlastet und statt des ausgeschiedenen Dr. von Hellingrath dessen Nachfolger als Präsident der Bayerischen Staatsbank Dr. Jamin in den AR gewählt. Einige Aktionäre gaben ihrer Enttäuschung über den abermals dividendenlosen Abschluß Ausdruck und kritisierten die Investitionspolitik, "die nicht ausschließlich auf Schultern der Kleinaktionäre vorgenommen werden könne, zumal der Aktionär keine Möglichkeit besäße, sich eine Dividende zu erstreiken."

Anfragen und Kritik beschäftigten sich auch mit der Höhe der von der US-Besatzungsmacht in Allach gemachten Mietzahlungen, der zweimaligen Kapitalherabsetzung der BMW-Verwaltungsgesellschaft mbH., ja auch mit den freiwilligen sozialen Leistungen. Dazu betonte AR-Vors. Dr. v. Mangoldt-Reiboldt das Interesse der Verwaltung an einem guten Vertrauensverhältnis zu den Aktionären. Mit Ende 1954 sei das Investitionsziel erreicht und die Aufbauetappe abgeschlossen. Die Abschreibungspolitik sei die Voraussetzung für in Zukunft nachhaltige Erträge und die Wiederaufnahme einersteten Dividendenpolitik gewesen. Den verbleibenden Verlustvortrag von 1,12 Mill. DM hoffe man 1954 abverdient zu haben. Die Verhandlungen über das Werk in Allach, das von den Amerikanern freigegeben wird, seien noch nicht soweit gediehen, um darüber berichten; zu können. Abschließend kündigte er für 1955 eine Produktionsausweitung und neue Produkte an. Vorstandsmitglied Dir. Donath betonte, daß der Komfort der Wagenfabrik tun Arbeiten und Studien an 6- und 8-Zylindermotoren zulasse. Ein vielseitigeres Programm werde sich mit Kabrioletts, Kupees und Tourensportwagen befassen. Den sich einengenden Motorradmarkt wolle man nicht durch weitere Typen "verschütten". Gleichwohl befasse man sich mit dem Bau eines Rollers mit 4-Takt-Motor und eines Kabinenrollers. Schließlich beschäftigte sich eine Studiengesellschaft mit dem zukunftsreichen Turbinentriebwagen. t. r.

Auf beachtliche Fortschritte kann die Rhein-Main Donau AG, München, in 1953 und 1954 hinweisen. So war 1953 lt. GB das bisher erfolgreichste Jahr im Wasserstraßenbau seit Gründung der Gesellschaft. Für den weiteren Ausbau der Großschiffahrtsstraße standen rd. 30,3 Mill. DM zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgte durch Aufnahme einer 5 1/2prozentigen 10-Mill.-DM-Anleihe, 6 Mill. DM Gesellschaftsmittel, rund 10,1 Mill. DM unverzinsliche Bauzuweisungen des Bundes und Bayerns, sowie rd. 5,9 Mill. DM Förderungsmittel der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge. Für eigene Kraftwerkbauten wurden rd. 12,1 Mill. DM aufgewendet zuzüglich l,2 Mill. DM für Renovierung älterer Werke. Durch diese Investitionen stieg die Bilanzsumme um rd. 28 Mill. DM auf 251,12 Mill. DM. Die Gesamtstromerzeugung betrug 630 Mill. kWh, die Stromerträge stiegen um 11 v. H. auf 12,83 Mill. DM. Nach Abzug der Aufwendungen verbleiben rd. 2,0 (0,92) Mill. DM zum Bau der Großschiffahrtsstraße. Als Gesamtergebnis sind die erwirtschafteten Konzessionsleistungen von rd. 3,45 (1,89) Mill. DM ausgewiesen. Das Anlagevermögen hat sich auf 192,43 (179,76) Mill. DM erhöht. Auf der HV, die den Abschluß 1953 zur Kenntnis nahm, Vorstand und AR einstimmig entlastete und an Stelle des gestorbenen Vorstandsmitgliedes Dir. Arthur Kaspar Dir. Manfred Tunkel in den Vorstand berief, erklärte der stellv. AR-Vors., Min.-Dir. Dr. Schiller, Bonn, daß in 1954 zwar nicht das Bautempo von 1953 beibehalten werden konnte, aber trotz verminderter Bundesmittel durch erhöhte eigene Mittel eine Bausumme von 27 Mill. DM erreicht wurde. Im Kraftwerkbau habe man einem zweiten Bauprogramm von vier weiteren Mainkraftwerken zugestimmt, die eine Erhöhung der Leistungen der RMD-Kraftwerke um 113 Mill. kWh bringen würden. Die Stromabgabe in den ersten 10 Monaten 1954 liege um 3 v. H. über der Vorjahres-Vergleichszeit. Dipl.-Ing. H. Fuchs betonte, daß man, soweit finanziell übersehbar, 1960 mit einem Abschluß der Mainkanalisierung rechnen könne. Trotz der Unwetterschäden würden die Haupttermine beim Donaukraftwerk Jochenstein eingehalten werden können. Allerdings seien dadurch die Kosten gegenüber, dem Voranschlag um 25 v. H. gestiegen. K.