Die Daimler Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim wird im laufenden Geschäftsjahr ihren Export um etwa 40 V. H. auf 350 Mill. DM – gegenüber 244 Mill. DM im Vorjahre – erhöhen können. Zur Zeit bestehen für Exportaufträge von Personenkraftwagen Lieferfristen von vier bis sechs Monaten. Noch nicht erledigt sind Exportaufträge für rund 13 500 Personenkraftwagen. Die Daimler Benz AG hat von Januar bis einschl. September 47 930 Fahrzeuge hergestellt, davon 34 830 Personenkraftwagen, gegenüber 51 660 Fahrzeugen, darunter 34 975 Personenwagen in 1953.

In den Export gingen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 21015 Fahrzeuge, davon 15 233 Personenwagen. An der Spitze der ausländischen Abnehmer stehen Argentinien, Iran, Belgien, Schweden die Schweiz und Österreich. Besonders große Exportgeschäfte wurden in den letzten Jahren mit der schwedischen Autohandelsfirma Philipson getätigt, die bisher über 15 000 Mercedes-Kraftwagen abgenommen hat. Für das erste Halbjahr 1955 hat diese Firma Aufträge für 3500 Personenkraftwagen erteilt. Wie verlautet, dürfte der Umsatz der Daimler-Benz AG im laufenden Geschäftsjahr eine Milliarde DM überschreiten (876 Mill. DM in 1953). Unter dem Zeichen eines "maßvollen Optimismus" werden, wie der Vorsitzer des Vorstandes, Dr. Fritz Könecke, dieser Tage erklärte, die Kapazitäten der Werke ausgeweitet, um die Voraussetzungen für eine Steigerung der Produktion um etwa 50 v. H. auf rund 5000 Pkw je Monat zu schaffen. Die Zahl der Belegschaftsmitglieder nähert sich jetzt der Grenze von 37 000. V Jetzt unterhält Siemens wieder in 64 Ländern Vertretungsorganisationen. In 20 Staaten bestehen eigene Gesellschaften oder Organisationen, in denen zur Zeit rund 4000 Personen tätig sind. Insgesamt hat die ausländische Vertretungsorganisation von Siemens jetzt einen Stand erreicht, der sich mit den besten Jahren der Vorkriegszeit vergleichen lasse.

NSU widmet sich 1955 ausschließlich dem Serienmaschinenbau. Wie die Verwaltung der NSU-Werke AG, Neckarsulm, mitteilt, wird NSU 1955 keine Rennen fahren. Wichtigster Grund ist die Umwälzung, die augenblicklich in der Zweirad-Industrie beobachtet werden kann. Man will die bei den Weltmeisterschaften gewonnenen Erfahrungen möglichst schnell und noch mehr als bisher den Serienmaschinen zugute kommen lassen.

Die Hanseatische Krankenversicherung von 1875 Merkur a. G. zu Hamburg legte jetzt die DM-EB und die Jahresabschlüsse bis 1953 vor. Der Versicherungsbestand umfaßte am 20. Juni 1948 rund 112 600 Personen mit einem Prämienaufkommen von 4,5 Mill. RM; er ging bis Ende 1951 auf 93 200 Personen zurück und stieg dann bis zum 30. Juni 1954 auf 102 200 Versicherte Das Geschäftsjahr 1948/49 schloß – nicht zuletzt dadurch, daß der Verein seine Verpflichtungen für das tarifliche Sterbegeld 1 : 1 statt 10 : 1 übernahm – mit einem Verlust von 0,55 Mill. DM, der sich 1950 auf 0,83 erhöhte, 1951 auf 0,39 und 1952 auf 0,07 zurückging. 1953 wurde dieser Verlustrest ausgeglichen, darüber hinaus wies man 28 500 DM den sonstigen Rückstellungen, 12 100 DM dem schwankenden Jahresbedarf und 2500 DM der gesetzlichen Rücklage zu und bildete eine Gewinnrück Stellung der Versicherten von 22 500 DM. Die stetige Aufwärtsentwicklung hält weiterhin an.

Die Beitragseinnahmen des Leipziger Verein Barmenia Krankenversicherung a. G., Wuppertal-Elberfeld, i. J. 1953 be liefen sich auf 40,42 Mill. DM; sie übertrafen damit das Vor jähr um 5,47 Mill. DM. Die Leistungsquote errechnet sich mit 72,96. v. H. gegenüber 76,18 v. H. J. J. 1952. Dazu wird bemerkt daß ein großer Teil des Neugeschäftes sich aus Verträgen nach Zusatz- und Ergänzungstarifen zusammensetzt, die im zweiten Halbjahr abgeschlossen worden sind, für die jedoch die volle Leistungspflicht des Vereins wegen der Wartezeiten zum Teil erst 1954 begann. Insgesamt sind für Versicherungsleistungen 22,14 Mill. DM zuzüglich 6,13 Mill. DM für Versicherungsfälle aus 1952 ausgezahlt worden. Der Anteil der Ausgaben für Arzneien ist weiter gestiegen; er liegt jetzt mit 16,88 v. H. der Leistungen für Krankheitskosten an zweiter Stelle nach den Krankenhauskosten. Der Versichertenbestand nahm um 15,1 v. H zu auf 742 968 Versicherte. In der ao. Mitgliederversammlung wurde beschlossen, aus den Überschüssen 1953 rd. 0,12 Mill. DM der Rückstellung für Gewinnanteile der Versicherungsnehmer zuzuweisen und weitere 0,85 Mill. DM für Beitragsrückgewähr 1953 zurückzustellen. Die Gesellschaft blickt in diesen Tagen auf ihr 50jähriges Bestehen zurück.

Einen erfreulichen Prestigegewinn für ein deutsches Spitzenerzeugnis der Spirituosenindustrie konnte die Firma H. W Schlichte mit ihrem Steinhäger in Österreich erreichen: sie erhielt anläßlich des Welser Volksfestes für hervorragende Leistungen die "Goldene Medaille".