Am 15. November soll der Huckepack-Verkehr, also der Transport von Straßenfahrzeugen auf der Eisenbahn, Wirklichkeit werden. Wie auf fast allen Gebieten des Verkehrs ist in den letzten Monaten sehr viel über diese neue Aktion gesprochen worden, aber eine endgültige Regelung der Tarife lag Ende Oktober noch nicht vor. Die Bundesbahn hüllt sich in ihr nun schon traditionelles Schweigen, offensichtlich, weil wieder einmal keine Einigung im eigenen Hause zu erzielen war. Aus den Verhandlungen mit dem Güterfernverkehr ist bekanntgeworden, daß man an einen Tarif von 1,16 DM je km denkt, wobei der Werksverkehr 15 v. H. Rabatt erhalten soll. Der Güterfernverkehr aber erklärt, daß dieser Tarif ungefähr dem entspräche, was er durchschnittlich bei seinen Transporten einnähme, also für ihn keinerlei Anreiz vorliege, seine Wagen mit der Eisenbahn transportieren zu lassen.

Es scheint wirtschaftlich auch nicht gerade besonders erfindungsreich zu sein, einen normalen Lastwagen mit seinem Motor und seinem schweren Fahrgestell auf den Güterwagen zu transportieren und dabei noch einen Fahrer und Beifahrer, die entlohnt werden wollen, mitzunehmen. Das Verhältnis des Ladungsgewichtes zum Gesamtgewicht wird dadurch zu ungünstig, zumal auch noch der Güterwagen gezogen werden muß. Wenn man einen Huckepack-Verkehr einführt, dann muß es sich um eine echte volkswirtschaftliche Ersparnis handeln. Im Auslande, wo man schon seit vielen Jahren den Huckepack-Verkehr mit bestem Erfolge eingesetzt hat, insbesondere in Frankreich, England und selbst in den Vereinigten Staaten, hat man sich etwas mehr Mühe damit gemacht. Dabei haben wir auch in Deutschland ein sehr gutes Beispiel, das leider in Vergessenheit geraten ist. Der gute, alte Möbelwagen fuhr schon Huckepack. Damals aber hat man keine Pferde und Kutscher mitgeschickt, sondern den für die Bedürfnisse des Stadtverkehrs gebauten Wagen auf den Waggon gestellt. Da spielte das Tötgewicht des Wagens keine Rolle. Man muß also zu sachgerechten Fahrzeugen kommen. Die Anhänger könnten dabei dann den Ausgangspunkt bilden. M.