Auf den Banken-Restquoten, die das Ost- sowie das Auslandsvermögen der alten Berliner Filialgroßbanken beinhalten und auch die Namen Deutsche Bank, Dresdner Bank oder Commerz-Bank verkörpern, wird bei dem so oder so kommenden Wiederzusammenschluß der Großbanken ein wohl nicht geringes Gewicht liegen; cenn ohne den Goodwill, der in den alten Firmennamen liegt, werden die alten/neuen Banken nicht beginnen wollen. Ein Start unter den alten Namen aber setzt das juristische Recht an den alten Namen voraus, und diese Voraussetzung ist nun einmal an die Restquoten geknüpft. Diese Restquoten sind auf den alten Namen lautende RM-Aktien aktuellen Datums. Kurz, bei einer Rezentralisation der Großbanken kann man auf die Restquoten nicht verzichten, ja man braucht diese Restquoten zwingend. Damit haben diese Restquoten ihren Wert, ganz abgesehen davon, daß mit der Wiedergewinnung der Souveränität das Problem der Auslandsvermögenswerte auf eine neue Basis gestellt wird.

Nun hört man aber und liest auch gelegentlich, daß es auf die Restquoten ja gar nicht ankomme, denn die Rezentralisierung könne sich ja nur auf die Bundesrepublik beziehen. Ob dies ein Argument ist, bleibt dahingestellt. Jedenfalls wird mit diesem Argument verknüpft, daß die Restquoten ja eigentlich keinen Wert hätten. Man hat den Eindruck, daß hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist; denn ohne Zweifel wird eine gute Regie der bei den drei Nachfolgeinstituten jeweils erforderlichen drei Hauptversammlungen eines Tages die notwendigen – wahrscheinlich einmütig gefaßten – Entschlüsse bringen. Das wäre bequem, sehr bequem, aber doch nicht ausreichend; denn wie wäre es, wenn man trotz der Beschlüsse der Hauptversammlungen sich juristisch nicht als Deutsche Bank oder Dresdner Bank oder Commerz-Bank konstituieren könnte, weil das Recht am Namen fehlt.

Wie hoch man dieses Recht bewertet, ist eine Frage der gekonnten Taktik. Jedenfalls könnte man sich vorstellen, daß die an der Rezentralisation interessierten Banken es sich etwas kosten lassen, das Recht am Namen zu erwerben. Dieses „sich etwas kosten lassen“ heißt mit anderen Worten: die Banken müssen ihre Restquoten-RM-Aktien kaufen. Wer dies rechtzeitig erkannt hat, ist in Restquoten „eingestiegen“. Die Kurse sind fest; denn auf der einen Seite plakatieren die Interessenten offiziell, daß eigentlich „die Restquoten keinen Wert hätten“, andererseits aber kaufen sie sie an der Börse auf. W. M.