Die Japaner, die bisher das einzige Volk sind, das das Grauen der Atombombe am eigenen Leib verspürte, fühlen sich mit Recht berufen, die übrige Welt zu warnen, um sie, wenn möglich, vor gleichem Schicksal zu bewahren. Durch eine Geld- und Sachspendensammlung, an der sich 500 000 japanische Lehrer und verschiedene Arbeiterorganisationen beteiligten, wurde ein japanischer Film "Hiroshima" nach authentischen Erlebnissen geschaffen, der erschütternd ist. Nach seiner Uraufführung in Japan im vorigen Jahr wird er nun in allen Teilen der Welt gezeigt und lief zum Beispiel in Paris wochenlang vor vollen Häusern. Es ist zu hoffen, daß er demnächst nach Deutschland kommen wird und auch in Amerika und Rußland gezeigt wird. Es ist gut, davor nicht die Augen zu verschließen. Vielleicht trägt dieser Film, aus dem die obige Szene aus einer Notzufluchtstätte der grauenhaft Verletzten und Verstümmelten stammt, dazu bei, daß die Zerstörung durch Atombomben einst ebenso geächtet wird, wie im letzten Weltkrieg das Giftgas. Die Tragödie von Hiroshima beendete den letzten Krieg, dessen Opfern auf der ganzen Welt wir am Volkstrauertag am kommenden Sonntag gedenken.