Es möge mir niemand mit der Behauptung kommen, Katzen könnten nicht schreiben". so beginnt der Roman –

"Negri, ein kleiner Gott" von Robert Crott Christian Wegner-Verlag, Hamburg, 212 Seit 9,80 DM.

Der Autor, dessen französisch geschriebenes Buches zuerst in der vorzüglichen deutschen Übersetzung von Maria Honeit erscheint, nennt es einen Roman. Er könnte es auch Meditationen über die sichtbare und die unsichtbare Welt, er könnte es Aphorismen zur Lebensweisheit nennen. – Negri ist eine kleine Katze, die über ihre Freunde, die Menschen, Tagebuch führt und philosophiert. Das wird ihr nicht immer leicht, da das Treiben der Menschen von der Ebene einer standesbewußten Katze aus gesehen – ihres ehemals offiziellen und heute verborgenen Götterstandes bewußt – oft zu töricht ist. Negri erlebt und schildert die Geschichte einer Ehe, die fast daran zerbricht, daß die Menschen so grobe Sinne haben und nicht einmal die ihre, geschweige denn die wesentliche Welt jenseits des Sichtbaren begreifen. Die Katze aber, das Wesen zwischen Tier und Gott, sieht hinter die Dinge und deutet sie mit einer zärtlichen und spielerischen Weisheit, die zugleich von großem Ernst und von großer Heiterkeit ist, z.