E. R, S, New York, im November Es war ein langer und schwerer Kampf, den der amerikanische Landwirtschaftsminister Ezra Taft Benson um die Senkung und die elastischere Gestaltung der Preise geführt hat, zu denen landwirtschaftliche Überschußprodukte von Seiten der Bundesregierung übernommen werden dürfen. Von der Presse und den Organisationen der Landwirtschaft ist seine Politik wiederholt als ruinös bezeichnet worden, uöd viele haben seinen Rücktritt verlangt. Nachdrücklich unterstützt aber wurde er von Präsident Eisenhower. Den Anregungen der Regierung auf diesem Gebiet, d h im wesentlichen den Anregungen von Eisenhower und Benson, ist jedoch, weitgekeai entsprachen worden, nachdem ,. der Senat der USA, ebenso wie vorher das Hou se of Representatives, dafür gestimmt hat, die Oberschüsse der Haupternten des kommenden Jahres (wie Weizen, Mais, Baumwolle, Reis) zu Preisen anzukaufen, die zwischen 82 1 und 90 v. H der Parität liegen. Unter Parität versteht man in die: sem Zusammenhang das Verhältnis der Preise, die die Landwirte für ihre Erzeugnisse erhalten, zu denen, die sie selbst für nichtlandwirtschaftliche Produkte bezahlen müssen. Die Regierung hatte ursprünglich noch weitergehende Senkungen bis auf Preise zwischen 75 und 90 v. H der Parität" in Vorschlag gebracht. Bisher sind die Überschußprodukte aus solchen Ernten von der Commoditff Credit Corporation für die Regierung zum Preise von 90 v. H der Parität angekauft worden. So länge dieser Preis in Kraft blieb, war es möglich, VOR der Preisseite her einen Einfluß in ,Mten, eile ohnehin infüBerfluß Vorhanden wäöldy eingeschränkt wurde. Nach dem Stande vom 31chluß d. J hatte die Commodity Credit Corpora ab,,.

(CCC) insgesamt 6 1 Mrd $ in landwirtschaftlichen Oberschußerzeugnissen angelegt, wie die National City Bank of New York feststellte. Davon entfielen allein 2 168 Mrd $ auf Weizen und 1 29 Mrd $ auf Mais.

Sehr deutlich stellte sich heraus, daß die Politik lastung der Steuerzahler führte, ohne daß die Landwirtschaft entsprechende Vorteile davon hatte —, ganz im Gegenteil: ihre Absatzmöglichkeiten wurden eben wegen der hohen Ankaufspreise immer geringer. Der demokratische Senator Clinton Anderson, der in der Truman Regierung Landwirtschaftsminister gewesen war, hatte während der Senatsverhandlungen auf die Gefahr hingewiesen, daß die amerikanischen Landwirte ihre Absatzmärkte im Ausland vollständig verlieren könnten, wenn die hohen Ankaufspreise der Regierung in Kraft bleiben würden.

Am 1. April hat Minister Benson dann im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung die Ankaufspreise der CCC für Molkereiprodukte von 90 auf 75 v. H der Paritat herabgesetzt. In Verfolg dieser Maßnahme sind die Einzelhandelspreise für Butter sugenommen. Das war auch nicht anders zu erwarten. Schon vor Monaten hat die Federal Reserve Bank of Kansas City berichtet, daß der Umfang des Butterkofisums von der Höhe des Unterschiedes zwischen, dem Preis für Butter und dem für Margarine abhängig ist. 1930 beispielsweise betrug der Durchschnittspreis für Margarine 25 Cent und der für Butter 46 Cent je Pfund. 1953 war der Margarinepreis auf 29 Cent der Butterpreis auf 80 Cent und entsprechend die Differenz zwischen, beiden auf 51 Cent gestiegen. Zwischen 1940 und 1953 hatte sich der Margarineverbraueh je Kopf der Bevölkerung von 4 2 auf 8 6 Pfund erhöht, während der Butterkonsum von 16 7 auf 8 7 Pfund je Kopf zurückgegangen war. In der Federal Reserve Bank of Kansas City ist man der Auffassung, daß, wenn der Verbrauch von Butter und anderen Molkereiprodukten auf der Höhe von 1950 geblieben wäre, man heute überhaupt keinen Überschuß an Molkereiprodukten haben würde. Tatsächlich aber befanden sich in den Beständen der CCC am 31. Mai d. J für 257 7 Mill $ Butter und für 106 2 Mill $ Trockenmilch.

Der Absatz der von der CCC angekauften Erzeugnisse stellt die landwirtschaftlichen Zentralbehörden vor ein sehr schweres Problem. In der Regel ist der Absatz nur zu schweren Verlusten möglich; aber das Problem besteht leider nicht nur aus der Höhe der Verluste, die getragen werden müssen: Ende Mai besaß die CCC für viele Millionen $ Leinöl, und es wurde bekannt, daß dies Leinöl zu Preisen ins Ausland verkauft wurde, die etwa um 50 v. H unter den Inländpreisen lagen. Das führte wiederum zu Besorgnissen in der Farben- und Linoleumindustrie hier im Lande, da befürchtet wurde, daß die ausländische Konkurrenz auf Grund des billigen Einkaufs des amerikanischen Leinöls Jn den Staaten und auf den Aus landmärkten die USA Industrie unterbieten würde. Das sind nun einmal "die Folgen von künstlich festgesetzten Ankaufpreisen, und es ist zu erwarten, daß die Preisherabsetzungen, die nunmehr vom Senat und House of Representcttives vorgesehen wurden, zu Erleichterungen in finanzieller Hinsicht, zu einem höherem Verbrauch und damit zu einer allmählichen Verminderung der Überschüsse führea werden.