Die Industrielle Produktion hat sich auch Im dritten Vierteljahr 1954 günstig entwickelt. Die Produktion war In dieser Zeit um 10,5 v. H. höher als zur gleichen Vorjahreszeit. Das Tempo der industriellen Expansion hat bisher in keiner Weise nachgelassen. – Im einzelnen ist gegenüber dem dritten Vierteljahr 1953 die Produktion der Grundstoffindustrien am meisten gestiegen (+ 17,1 v. H.): es folgen die Investitionsgüterindustrien mit einer Zuwachsrate von 14,6 H. Die Energieerzeugung (+ 9,9 v. H.) entspricht in ihrem Fortschritt etwa dem gesamtindustriellen Durchschnitt. Die Bauindustrie (+ 7,9 v. H.), der Bergbau (+ 5,5 v. H.), die Nahrungs- und Genußmittelindustrien (+ 1,5 v. H.) und die sonstigen Verbrauchsgüterindustrien (+ 2,8 v. H.) weisen unterdurchschnittliche Zuwachsraten auf. Mit der Steigerung der Produktion war eine weitere kräftige Zunahme der in der Industrie Beschäftigten um 5,7 v. H. (August 1954 gegenü er dem gleichen Monat 1953) verbunden. – In Westberlin Ist die industrielle Erzeugung auch Im dritten Vierteljahr 1954 erheblich stärker gestiegen als in der Bundesrepublik. Die Zuwachsrate gegenüber der gleichen Vorjahrszeit, betrug hier 25,5 v. H.

Die Zahl der GesamtbeschäftigenIn der Bundesrepublik lag im September 1954 um etwa 800 000 Oder 5 v. H. über dem Vorjahrsstand. Die Zahl der Arbeitslosen ist demgegenüber um 120 000 gesunken, ein Beweis dafür, daß In der Bundesrepublik der ständige Zustrom an Erwerbspersonen anhielt.

Die Umsatzwerte das Einzelhandels lagen Im September um 6 v. H. über dem Vorjahrsstand. Dabei sind hauptsächlich die Umsätze der Nahrungs- und Genußmittel stark gestiegen, während Bekleidung und Wäsche nahezu auf dem Umsatzniveau des Vorjahres verharrten. Die Lebenshaltungskosten haben sich seit Juli nicht verändert sie liegen damit geringfügig über dem im September vorigen Jahres erreichten Tiefpunkt. Ein- und Ausfuhr haben sich weiter recht günstig entwickelt. Der Ausfuhrüberschuß betrug im September 1954 70 Mill. $ gegenüber 76 Mill. $ im August des Jahres und 36 Mill. $ im September 1953. Die Gold- und Devisenbestände sind weiter angestiegen, jedoch hat sich der Zuwachs infolge der Beanspruchung durch den Transfer des Schuldendienstes verlangsamt.

In den USA scheint sich die Lage etwas gebessert zu habent; die industrielle Produktion lag im September 1954 nur noch um 6,5 v. H. unter dem Vorjahrsstandi im Juli hatte die Differenz noch über 10 v. H. betragen. In Großbritannien und Frankreich hielt die günstige Entwicklung der industriellen Produktion weiter an. Dabei lag die Zuwachsrate in Großbritannien wesentlich unter jener der Bundesrepublik, in Frankreich jedoch etwas darüber.