Ausländische Auftraggeber ließen sich bei der letzten Auktion von Hauswedell durch deutsche Händler vertreten. Als es aber um den Erwerb von Manuskriptteilen und Aufzeichnungen zum "Heinrich von Ofterdingen" des Novalis ging und dann um Manuskripte, Briefe und Gedichtentwürfe von Ludwig Tieck, da sorgte Professor Ernst Beutler, der Direktor des Freien Deutschen Hochstifts in Frankfurt a. M., durch mündliche Limite dafür, daß diese Werte an sein Institut übergingen. Auch ein inhaltlich besonders schöner Brief Schillers an den Freund Körner in Dresden wurde für 1400 DM von Frankfurt erworben.

Die berühmten naturwissenschaftlichen Standardwerke dagegen, die zum größten Teil einer einzigen Sammlung angehört hatten, wurden vornehmlich nach USA zerstreut. So die beiden Großfolioausgaben von Levaillants Histoire naturelle des oiseaux d’Afrique (6 Bde., Paris 1805–1808) und die zweibändige Histoire naturelle des perroquets (Paris 1801–1805), die, mit wunderbaren kolorierten Kupfern geschmückt, schon tagelang vor der Auktion die Interessenten entzückten. Beide Werke erreichten zwar nicht den Katalogschätzpreis von je 5000 DM, wurden aber mit 3600 bzw. 4000 DM (für das Papageienbuch) hoch bewertet. Dessen handlichere Quartausgabe in zwei schönen hellbraunen Kalblederbänden wurde mit 3400 DM einem deutschen Käufer zugeschlagen. Als Unikum wurde eine Sammlung von 163 Tafeln mit farbigen Handzeichnungen von Muscheln (etwa aus dem Jahre 1820) gewertet, die ein großer Hamburger Industriekonzern für 1900 DM ersteigerte.

Kostüm- und Uniformwerke fanden lebhaftes Interesse. Die in der Pause humorvoll erörterte Frage, ob dabei karnevalistische oder militaristische Erwägungen den Vorrang hatten, ließ man unentschieden. Besonderen Anklang fanden die 7 Länderbände von Eckert-Monten "Das deutsche Bundesheer in charakteristischen Gruppen" (München und Würzburg, 1838–43), die mit 80 bis 210 DM einzeln zugeschlagen wurden, sowie Menzels "Armee Friedrichs d. Gr. in ihrer Uniformierung"; von diesem Werk wurden nur 30 Exemplare hergestellt, und obwohl von den drei Bänden hier der zweite fehlte, erzielte es 650,– DM.

Das schönste aller Stücke aber war wohl der Deutschlandband aus dem Kartenwerk von J. Blaeu (Amsterdam 1664). Weit über das politischhistorische und geographische Interesse hinaus offenbart dieser Atlasband längstvergessene kulturhistorische und folkloristische Zusammenhänge. Der Käufer erhielt ihn erst für 4300 DM. C.O.F.