a. n. Stettin

Der Verlauf der "Friedensgrenze" an Oder und Neiße ist nicht nur an den beiden Flüssen erkennbar. Im nördlichen Teil der Grenzlinie, die hier die pommerschen Landkreise Randow und Ueckermünde in einen mitteldeutschen und "volkspolnischen" Teil zerschneidet, liegen viele Dörfer jenseits der Grenze zwischen Neuwarp (jetzt Nowe Warpno) und Greifenhagen (Gryfind) leer. In den Ortschaften Friedrichsthal (Paprotno), Althagen (Brzozki) und Völschendorf (Walczkowo) wohnen insgesamt nur noch fünfunddreißig polnische Bauernfamilien; zwei Drittel der Wohnhäuser sind noch zerstört, schwer beschädigt oder nur provisorisch instandgesetzt worden. Auf polnischer Seite mißt die tote Zone, die von niemandem betreten werden darf, eine Breite von sechshundert Metern, an einigen Punkten zweihundertfünfzig Meter.

Die tragische Situation wird verdeutlicht durch die Schilder "Militärisches Sperrgebiet! Nicht weitergehen! Im Weigerungsfalle wird geschossen!" und die neuen Tafeln "Die Oder-Neiße-Grenze stärkt die deutsch-polnische Freundschaft", die einander in regelmäßigen Abständen abwechseln.