Berichte über Afrika, Amerika, Australien.

Farley Mowat: Gefährten der Renntiere. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. 317 Seiten. 14,80 DM.

Dies ist der Bericht einer großen Leidenschaft zur unberührten Natur, zu den Wäldern und Seen Nordkanadas und zu den noch weiter nördlich gelegenen Steppen, die auch auf den neuesten Landkarten noch als weiße Flecken fungieren. Eine vergessene Welt, in der angeblich ein Stamm von Karibu-Menschen über die Renntiere herrscht, deren Zahl so groß ist, daß sie Quadratkilometer weit die Steppe wie ein lebender Teppich bedecken. Dorthin, in die "Barrens", die tote Ebene, zog es nach Beendigung des zweiten Weltkrieges denForscher Farley Mowat. Er findet die Reste der Karibus und einen vergessenen Eskimostamm. Was er gemeinsam mit ihnen erlebt und in den Schneehütten und Zelten am Lagerfeuer von ihrer Vergangenheit erfährt, schildert sein Buch.

Clyde Fenton: Der fliegende Doktor. Orell Füssli Verlag, Zürich-Konstanz. 233 Seiten. 16,80 DM.

Dieser fliegende Doktor ist ein humorvoller Pionier der Wildnis und der Menschlichkeit. Er besorgte Jahre hindurch den Sanitätsdienst im nördlichen Territorium Australiens, seine Praxis erstreckte sich auf eine Fläche von 1,3 Millionen Quadratkilometern, innerhalb derer er in dreitausend Flugstunden 400 000 Kilometer absolvierte. Was ihm während dieser Tätigkeit widerfuhr an Abenteuern und Notlandungen, an Heilerfolgen und Lebensreftungen, an Begegnungen mit Tieren, Menschen und Bürokraten, das schrieb er zum Schluß auf: "Eine schwierige Aufgabe für einen, der weder Übung noch Erfahrung auf literarischem Gebiet besitzt." Glücklicherweise, möchte man sagen, denn sein Buch wirkt gerade durch seine Frische.

Alfred A. Vogel: Papuas und Pygmäen. Orell Füssli Verlag, Zürich. 149 Seiten, 41 Abbildungen. 13,50 DM.

Der schwedische Verfasser, Forscher, Tierfänger und Konservator berichtet von den Pygmäen, jener Liliputanerrasse, die auf den Hängen der Bismarckberge in den Urwäldern Neuguineas lebt und nur sporadisch mit der Zivilisation in Berührung kommt. Einst die Urbewohner dieser nächst Grönland größten Insel der Welt, wurden die Pygmäen allmählich von den Papuas dezimiert und in ihre heutigen, schwer zugänglichen Schlupfwinkel inmitten einer unwegsamen Bergwelt gedrängt, wo Vogel sie aufspürte und ihre Lebensgewohnheiten studierte. – über mehr "Ur-Zivilisation" aber verfügen schon die Papuas, deren Kleidung, Sitten und Gemeinschaftsleben ausführlich beschrieben werden.