Vor einem Monat schrieb der "Hellweger Anzeiger", er habe sich beim Oberlandesgericht in Hamm erkundigt, wieweit der Fall Moenikes heute gediehen sei. Unsere Leser werden sich erinnerndes ist dies der Fall, den wir unter der Oberschrift brachten "Wie man in Unna Vormund wird". Wir hatten moniert, daß die Frau eines Oberamtsrichters zum Vormund einer reichen Erbin gemacht worden war. Wir hatten weiter berichtet, daß ein Freund des Vaters, Dr. Kötting, sich dafür eingesetzt hatte, den nahen Verwandten des Mädchens, der Großmutter oder der Schwester des Vaters, die Vormundschaft zu übergeben, und daß er weiter gegen Gerichtsbeschlüsse protestiert hat, die das Verhalten von Oberamtsrichter Moenikes für zulässig erklärt hatten.

Dem "Hellweger Anzeiger" wurde mitgeteilt, es liefen noch zwei Rechtsverfahren, eines zur Feststellung, ob eine Rechtsbeugung stattgefunden habe, ein anderes, ob die von Dr. Kötting gegen verschiedene Gerichtsentscheidungen eingelegte Beschwerde zu Recht bestehe. Nach Abschluß dieser Verfahren werde ein Bericht an den Justizminister nach Düsseldorf abgesandt werden. Danach solle die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Dies ist bisher nicht geschehen. Die Meldung des, "Hellweger Anzeigers" schließt mit folgender Information des Oberlandesgerichtes in Hamm: Es sei unwahrscheinlich, daß gegen den inzwischen in den Ruhestand getretenen Oberamtsrichter Moenikes ein Verfahren eröffnet werde, da das gegen Ruhestandsbeamte nur in beschränktem Umfange möglich sei.

Wohlverstanden: es handelt sich nach Angabe des Oberlandesgerichts Hamm um ein Verfahren wegen Rechtsbeugung und ein anderes über die Beschwerde des Dr. Kötting. Was eigentlich haben diese Verfahren mit der Pensionierung des Oberamtsrichters zu tun? Und will man etwa, sollten diese Verfahren zu einem positiven Ergebnis kommen, achselzuckend erklären! Tut nichts, der Main ist pensioniert? tgl.