Einer zufriedenstellenden Nachfrage, die sich ab August zu einer ausgesprochenen Mengenkonjunktur entwickelte, erfreute sich die deutsche Papierindustrie 1953. Der Zellstoffbedarf stieg dadurch um rund 116 000 t, wurde aber zum großen Teil durch Importe gedeckt, so daß nur 21 000 t der deutschen Herstellung als Zuwachs zugute kamen. Auch die Aschaffen burger Zellstoffwerke AG (Hauptverwaltung Redenfelden) berichtet nach anfänglich noch geringerer Beschäftigung ab September 1953 über einen steilen Anstieg der Produktionskurve. Allerdings blieb trotz der Produktionssteigerung bei Zellstoff gegenüber dem Vorjahr um 3,7 v. H und bei Papier um 2,7 v. H. der Gesamtumsatz infolge der Erlösminderung mit 133,2 Mill. DM um 18 v. H. hinter dem Umsatz von 1952 (164 Mill. DM) zurück. Der Wertumsatz im Export sank von 13,04 Mill. DM auf 8,19 Mill. DM. Da die deutsche Zellstoffindustrie beim Holzeinkauf etwa 25 v H. höhere Preise zu zahlen hat als die konkurrierenden ausländischen Firmen und der Rohstoffanteil 60 v. H. der Gesamtkosten ausmacht, läßt sich dieser Nachteil auch durch schärfste Rationalisierung nur beschränkt ausgleichen.

Nach weiteren 24,3 Mill. DM Investitionen ist die zweite Investitionsstufe bei Aschzell nahezu abgeschlossen. Nach Abzug aller Kosten aus 39,68 Mill. DM Überschuß und 5,8 Erträgen bleiben einschließlich Vortrag 661 216 DM Gewinn, die von der HV am 18. November vorgetragen werden sollen. Wie Vorstand Wilhelm Bracht auf einer Pressekonferenz mitteilte, bereitet im neuen Jahr die Holzpreissteigerung (bis zu 25 v. H.) Sorge, schon mit Rücksicht auf die immer stärker werdende Auslandskonkurrenz. Nachdem Anfang 1954 die Zellstoffpreise erhöht werden mußten, sei jetzt eine zweite Erhöhung unvermeidlich geworden. Dagegen seien die Papierpreise ziemlich stabil geblieben. Der bisherige Verlauf lasse damit rechnen, daß 1954 der bisherige Nachkriegsproduktionshöchststand von 1951 (rund 159 000 t Zellstoff und rund 45 000 t Papier) übertroffen werde. Man rechnet mit einer Produktion von etwa 170 000 t Zellstoff und 50 000 t Papier. Nachdem man 1953 noch von der Gelegenheit der Sonderabschreibung Gebrauch gemacht habe, würden in Zukunft weitere Investitionen unter den Abschreibungen bleiben. Vorsichtig wurde auch die Chance für eine bescheidene Anfangsdividende für 1954 engedeutet. Daneben gelte es mit Hilfe eines Konsolidierungsplans von der Schuldenlast weiter he unterzukommen. Nachdem die gute Beschäftigung angehalten hat, vor allem auf dem Papierabschnitt, rechnet man auch In naher Zukunft mit einer, Fortsetzung der Mengenkonjunktur. Schließlich bedinge die Strukturänderung des Bedarfes eine Anpassung des Arbeitsprogramms an das erhöhte Interesse für gebleichte und halbgebleichte Sulfatzellstoffe.t. r.

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Maschinenbau Kiel an Stinnes verkauft. Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung und die Stadt Kiel haben sich entschlossen, ihren Aktienbesitz (je 50 v. H.) an der MAK Maschinenbau Kiel AG, Kiel-Friedrichsort, an Hugo Stinnes (Mülheim/Ruhr) zu verkaufen. Dadurch soll der Bestand und die Weiterentwicklung der MAK für die Zukunft gesichert werden. Die MAK wurde vom Land Schleswig-Holstein und der Stadt Kiel, als Nachfolgefirma der zum 31. Mai 1948 in Liquidation getretenen Holmag Holsteinische Maschinenbau, AG, gegründet. Die Gesellschaft, heute mit 7 Mill. DM wurde gegründet, um die vollständige Demontage der Werkanlagen zu verhüten und um wieder Arbeitsplätze für die Belegschaft zu schaffen. Zur Zeit beschäftigt die MAK etwa 3500 Personen. Der Jahresumsatz liegt bei 70 Mill. DM; fast die Hälfte geht in den Export.

Die Harpener Bergbau AG, Dortmund, teilt mit, daß die 14 Mitglieder des neuen Aufsichtsrates einstimmig beschlossen haben, Bankier Kurt Forberg vom Bankhaus C. G. Trinkaus (Düsseldorf) als 15. Mann des AR der zum 26. November einberufenen ao. HV vorzuschlagen.

Dortmund-Hörder Hüttenunion AG erwartet befriedigende Ergebnisse. Das Unternehmen teilt mit, daß die durch die laufenden Investitionen ständig verbesserte Leistungsfähigkeit der Gesellschaft, des größten Stahlproduzenten in der Bundesrepublik, für die kommenden Jahre befriedigende Ergebnisse erwarten läßt. Nach der Beseitigung eines großen Teiles der Kriegs- und Demontageschäden sind umfangreiche Investitionen zur Modernisierung und Rationalisierung der Werke eingeleitet worden. In den letzten Monaten hat sich außerdem der Auftragseingang und die Beschäftigung kräftig belebt. Die Werke sind zur Zeit voll ausgenutzt.