Was konnten die Funkleute in den besinnlichen Tagen zwischen Volkstrauertag und Totensonntag, als Millionen den Sendungen lauschten, Besseres tun, als zu zeigen, daß die wahren Entscheidungen nicht erst "oben" fallen, in den Konferenzen, sondern schon vorher, im Willen jedes einzelnen? Sogar das böse und unserer Einwirkung scheinbar entzogene Problem der Wasserstoffbombe kann dazu Anlaß geben. Das erwies sich an der Hörfolge "Im Zeitalter des Atoms" (NWDR Hamburg), in deren moralisches Zentrum die Autoren Baecker und Steltzer die Person des amerikanischen Atomtechnikers Robert Oppenheimer gestellt hatten. Mit bewundernswerter Klarheit war in dramatischer Form die Grundfrage herausgeschält: Was hat in der heutigen weltpolitischen Situation den Vorrang, die Besorgnis des gewissenhaften Ingenieurs oder die nüchterne Überlegung des Staatsmannes? Die Frage blieb als Frage stehen, und nur mit aller Behutsamkeit, deutete sich in einem fingierten Gespräch die einzig mögliche Synthese an: Der einhellige Wille aller heute Lebenden könnte vielleicht doch noch gerade eben rechtzeitig zu einem Abkommen über Atomkontrolle führen. Könnte, vielleicht... Es war kein billiger Optimismus in der Sendung, wohl aber die Erkenntnis, daß sich alles Politische, in der Nähe besehen, als Schein enthüllt und daß nur der Wille zum Guten echte Realität hat.

Wir werden sehen:

Mittwoch, 1. Dezember, 21. 05 aus Hamburg:

Deutsche Nobelpreisträger nehmen an dem Gespräch des Monats über die Frage teil: "Bedroht die wissenschaftliche Forschung die menschliche Existenz?"

Wir werden hören:

Donnerstag, 25. November, 23.15 Uhr vom NWDR:

Bei den letzten Donaueschinger Musiktagen machten die beiden Amerikaner John Cage und David Tudor mit ihrer Musik auf "präparierten Klavieren" heftige Sensation. Das Kölner Studio stellt diese Versuche zur Diskussion.