Die Gefährdung des Straßenverkehrs durch Autogangster, die zu einer ernsten Beunruhigung der Bevölkerung geführt hat, sollte nicht allein durch Großfahndungen bekämpft werden, in deren Verlauf es dann auch noch Unglücksfälle gibt (Siehe DIE ZEIT, Seite 20). Es wäre vielmehr zu überlegen, ob die Situation nicht eine gesetzgeberische Antwort verlangt. Vielleicht besinnen sich die Theoretiker, die immer so gern von Sühne, Besserung und dergleichen reden, auf den eigentlich legitimen Zweck der Strafe, nämlich die Abschreckung.

Raubüberfälle auf der Straße werden unter den heutigen Umständen vornehmlich mit Hilfe eines – meist gestohlenen Kraftfahrzeuges verübt. Daher wäre etwa im § 249 des Strafgesetzbuchs, der den Raub mit Zuchthaus bedroht, folgender Absatz einzufügen: "Wird die Tat unter Benutzung eines Kraftfahrzeugs verübt, ist die Strafe Zuchthaus nicht unter zehn Jahren." Zweckmäßig könnte es sein, gleichzeitig einen stark erhöhten Strafsatz für den Kraftfahrzeugdiebstahl einzuführen. Das wäre auch dann nützlich, wenn sich herausstellen sollte, daß die Gefahr von Raubüberfällen auf den Landstraßen zur Zeit von Bevölkerung und Behörden überschätzt wird. F.