Karl Rauch: "Die Palette", Bechtle Verlag, Esslingen, 78 S., 4,20 DM.

Eine Auslese teils bekannter, teils unbekannter Künstler-Anekdoten, wobel sich Degas und Liebermann als besonders ergiebig erwiesen haben. Als Perlen des Bändchens glänzen je zwei Malerlegenden aus dem alten Japan und China.

Franz Ulrich Gaß: "Humor hat Vorfahrt", Südstern-Verlag, Fellbach, 96 S., 4,80 DM.

Im Klappentext liest man: "Als Vortragsbuch für den geselligen Kreis ... ist es die richtige Lektüre..." Jedoch nur, wenn bisher dem "geselligen Kreis" ausschließlich noch anspruchslosere Gedichtchen und Witzchen bekannt waren, mag er dieses oder jenes Produkt mit mäßiger Heiterkeit quittieren, sowie man die Pointen eines mittleren Conferenciers belächelt.

Hans Reimann: "Sächsische Miniaturen", Wolfgang Krüger Verlag; Hamburg, 178 S., 6,80 DM.

Man vermag einem humoristischen Buch kein besseres Zeugnis ausstellen, als wenn man von ihm sagen kann, daß man es beim Lesen vor lauter Lachen immer wieder aus der Hand legen mußte. Reimann versteht es, in allen Anekdoten und Histörchen seines Buches den Erzsachsen, wie er denkt und redet, erstehen zu lassen. Und wie der Autor, selber ein Erzsachse, seine Landsleute zeichnet! Da sitzt jeder Strich, da brilliert jedes Wort.

Ernst Heimeran: "Lehrer, die wir hatten", Ernst Heimeran Verlag, München, 128 S., 5,80 DM. Auch Lehrer sind Menschen. Gewöhnlich übersieht man als Pennäler diese Tatsache und macht sie ausschließlich zu Witzfiguren. Bei aller Komik gewinnen jedoch die Schrullen dieses oder jenes Paukers bei richtiger Betrachtungsweise eine rührende Menschlichkeit, so in Heimerans Büchlein. Man legt es aus der Hand und schämt sich, die kleinen Eigenheiten seiner Lehrer mit einem Übermaß an Spott, beladen zu haben.