Von dem ebenso umfangreichen wie unübersichtlich gewordenen Verwaltungsapparat, der die sozialen Hilfeleistungen in einem komplizierten und zugleich kostspieligen Verfahren durchführt, werden jährlich rund 20 Milliarden, entsprechend einem Fünftel des Volkseinkommens, erfaßt und sodann an die verschiedenen Kategorien von "Berechtigten" geleitet, ohne daß damit den "sozial Schwachen" eine nachhaltige Hilfe gegeben werden könnte. Für eine Sozialreform, wie sie in der Regierungserklärung vom 20. Oktober 1953 angekündigt wurde, gibt es bisher noch keine praktischen Ansätze, ja, noch nicht einmal ein Grundsatzprogramm. Um die Diskussion voranzutreiben, haben wir auf einem FORUM DER ZEIT ein Teilproblem der Sozialreform zur Erörterung gestellt, nämlich die Frage, wie verfahrensmäßig und verwaltungstechnisch vorgegangen werden muß, um die Vereinfachung des Apparates und seiner Arbeitsweise zu erreichen, vor allem im Interesse der Hilfsbedürftigen, die sich heute im "Paragraphen-Dschungel" nicht mehr zurechtzufinden vermögen. Wir berichten hierüber auf Seite 13 und 14 dieser Ausgabe unserer Zeitung.