Da auch bei der bestmöglichen Aufteilung der Aufgaben unvermeidlich ist, daß mehrere Träger der Hilfe in einem Haushalt oder gar bei einer Person zusammenwirken, und da erfahrungsgemäß eine gerechte Abstimmung der Leistungen verschiedener Träger durch zentrale Regelungen niemals gelingt, wird vorgeschlagen, daß sämtliche Träger der sozialen Hilfe eine einheitliche örtliche Verwaltungsstelle auf der Stadt- und Kreisebene bilden. Sie soll nicht nur die Gesamtleistungen für jeden Einzelfall evident erhalten, wobei Regelungen für Überschneidungsfälle nötig sind. Diese Stelle soll zugleich, ähnlich wie es die Versicherungsämter für ihren Teil getan haben, Auskunfts- und Beratungsstelle für die Bevölkerung werden, für die das Rentenwesen in dem augenblicklichen Zustand völlig undurchsichtig und fast ein Hasardspiel ist.

Prof. Dr. Achinger

in seiner Schrift "Zur Neuordnung der sozialen Hilfe – Konzept für einen deutschen Sozialplan" (erschienen 1954 im Friedrich Vorwerk Verlag, Stuttgart).