b.a., Poppenweiler

Es gab hier einen Maler, der hieß Paul Scholpp, und als er starb, hinterließ er den Buben und Mädchen "seines" Dorfes ein Vermögen, damit sie jedes Jahr im Sommer ein Kinderfest feiern können."

Die Geschichte ist kein Märchen. Als der Bürgermeister des kleinen Neckardorf es und ein Notar das Testament des vor kurzem gestorbenen Landschaftsmalers Paul Scholpp öffneten, lasen sie es Schwarz auf Weiß: Von dem Erlös aus dem Verkauf seines Hauses, der Äcker und Weinberge sollte jedes Jahr im Sommer für die kleinen Poppenweiler ein großes Kinderfest veranstaltet werden.

Der schmächtige, etwas bucklige Maler hatte selbst keine Kinder. Ihm gehörten alle Kinder des Ortes. In seinem Hause hoch über dem Neckar lernten sie von ihm Mundharmonika spielen und malen. Und in der Laube im Garten gab es oft genug Kakao und Kuchen für die kleinen Gäste des Mannes mit dem großen Herzen.

Die Kinder in Poppenweiler konnten es gar nicht fassen, daß ihr Onkel Paul nicht mehr da ist. Er war erst 40 Jahre alt. Aber er hat dafür gesorgt, daß er auch über das Grab hinaus mit seinen Kindern verbunden bleibt. Die Paul-Scholpp-Stiftung wird ausreichen, daß in den nächsten 20 Jahren im Sommer etwa 200 Jungen und Mädchen am Neckar ein großes großes Fest feiern können – mit allem, was dazu gehört.