Die Rheinische Stahlwerke, Essen, legen ihrer oHV am 1. Dezember zehn Jahresabschlüsse von 1944, bis 1953 vor. Sie haben damit in ihrer Bilanzpublizität in etwa den Anschluß an den im Aktiengesetz vorgeschriebenen Turnus gefunden. In den vergangenen Monaten haben wir wiederholt über den Strukturwandel dieses stets zu den besten Papieren des Aktienmarktes gehörenden Unternehmens berichtet. Das Kennzeichen der Jüngsten Entwicklung ist, daß das Holding-Unternehmen, das vor dem Kriege praktisch nur Finanzpakete verwaltete, langsam wieder zu einem echten Produktionsunternehmen wird.

Der Jahresabschluß zum 31.Dezember 1953 sieht einen Gewinn von 11,86 Mill. DM vor. Hieraus werden 6 v. H. Dividende auf das dividendenberechtigte AK von 193,9 Mill. DM ausgeschüttet. Das Unternehmen teilt mit, daß in der nächsten Zeit eine weitere Konzentrierung des Beteiligungsbesitzes vorgenommen werde. In diesem Zusammenhang wurde Anfang 1954 mit 500 000 DM Kapital die Rhein stahl Industrie-Planung GmbH, Essen, gegründet. Der Umtausch der IG-Farben-Aktien in Aktien der Rheinstahl-Union hat inzwischen zu einer Erhöhung der Beteiligung auf mehr als 77 v. H. geführt. 1954 wurden auch die Aktien der Gußstahlwerk Bochumer Verein AG an den Schweden Axel Wenner-Gren veräußert. Aus ihren Beteiligungen vereinnahmt Rheinstahl im Geschäftsjahr 1954 und 1955 (soweit bisher zu übersehen) 6 v. H. Dividende bei Rheinstahl-Union, 4 v. H. bei Ruhrstahl AG, 5 v. H. von der Gießerei-Holding Rheinisch-Westfälische Eisen- und Stahlwerke AG und 7 v. H. von Dynamit-AG vorm. Alfred Nobel & Co. l t.