Nun – es ist soweit.

Du mußt dein Herz einholen, das einen Sommer lang draußen geflattert hat.

Es steht dir nicht mehr zu, dich von ihm verwirren zu lassen. Es klammert sich noch an den kahlen Ast und möchte bleiben und warten, bis der Wind sich auch das letzte Blatt geholt hat. Aber was soll das? Hat es doch jetzt schon das Gehabe einer Dohle, hockt da und blinzelt verfroren, verlassen.

Da stehen keine bunten Drachen mehr am Himmel, an die es sich hängen, da ziehen keine Stare dahin, die es ein Stück Wegs hinausbegleiten könnte, bis an jene Stelle, wo der Strom in den Horizont fließt.

Im Sommer ist es oft zum Mond geflogen, oft, sehr oft, viele Male in einer einzigen Nacht. Und jetzt?

Jetzt sind ihm die Flügel eingeschlafen.

Wer wollte auch noch etwas vom Mond wissen, dieser wesenlosen Milchglasscheibe, nach der die dürren Zweige greifen, knöchern, ruhelos, ohne Hoffnung, sie je zu erreichen.