j. j., Aachen

Als dritter Bischof des 1929/30 wieder errichteten Bistums Aachen wurde Dr. Johannes Pohlschneider aus Münster durch den Kölner Erzbischof inthronisiert. Das Ritual der Amtseinführung schien durch die Weite überwölbt zu sein, die der Ort der heiligen Handlung hinzufügte: der Aachener Dom.

Im Hohen Chor stand der Thron des neuen Bischofs zu Häupten des Kirchenfürsten, der seinen Eid zuvor auch dem Ministerpräsidenten seines Landes abgelegt hatte, schwebte der goldene. Karlsschrein, lagen die Gebeine des Kaisers, der diese Kirche errichtet hat. Das Evangelienbuch, das dem Bischof im Verlauf der Konsekration aufs Haupt gelegt wurde, war das eine Sinnbild seiner Bürde unter dem Wort, der Karlsschrein das andere Symbol einer Würde, die auch weltlichen Rang hat.

Aachen, als Stadt an der Grenze lange eingeklemmt am Rande des Restreiches, versucht, die Pforten nach Europa aufzustoßen. Der neue Karlspreis, der an mehrere große Europäer schon verliehen wurde, ist ein Fühler in die Zukunft. An der Dreiländerecke wird sie sichtbar: Zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden kann der Blick von oben nur Schlagbäume, aber keinen Unterschied erkennen. Als zeugendes Sinnbild aber, das Zukunft birgt, ragt das Aachener Münster in ein Land, wo Karl der Große seltsam lebendig ist.