Die Hamburg-Amerika Linie (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft), Hamburg, weist für das verbundene Geschäftsjahr 1948/49 und für 1850 Verluste von 1,64 bzw. 3,13 – in Mill. DM – aus, während sie ab 1951 sich in der Gewinnzone befindet und in 1951, 1952 und 1953 Gewinne von 1,63 bzw. 1,86 bzw. 3,50 erzielt hat. Der nach Verrechnung der Verluste zum 31. 12. 1953 verbleibende Gewinnüberschuß von 2,22 dient zur Verringerung des so. Kapitalentwertungskontos.

Aus dem Überblick über die Entwicklung des Unternehmens seit der Währungsreform ist zu entnehmen, daß der Widaraufbauder Übersee-Liniendienste bis zum Frühjahr 1951 durch die Beschränkungen für den deutschen Schiffbau noch gehemmt war. Bei der zunächst nur in begrenztem Umfange vorhandenen Tonnage war der Aufbau des Liniennetzes – man folgte dabei der Entwicklung des deutschen Außenhandels–nur in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Lloyd (Bremen) möglich. In vier Abschnitten wurde zunächst eine Flotte mit im Durchschnitt um etwa ein Drittel schnelleren Schiffen als in der Vorkriegszeit neu gebaut. Diese Flotte wird nach Ablieferung des letzten Schiffes im Frühjahr 1955 aus 25 Einheitenmodernster Bauart von zusammen rd. 145 000 BRT bestehen. Zum Vergleich sei daran erinnert, daß 1939 die Hapag-Flotte rd. 760 000 BRT umfaßte, davon rd. 200 000 BRT Passagierschiffe. Von dem Investitionsaufwand für die 25 Neubauten in Höhe von rd. 250 Mill. DM konnte nur ein kleiner Teil – rd. 18 Mill. DM – aus eigenen Mittels finanziert werden, das übrige mußte im Wegeder Fremdfinanzierung aufgebracht werden. Ein erster Schritt in Richtung auf die Erhöhung des Kapitals konnte Ende 1952 getan werden, als ein Bankenkonsortium unter Führung der Norddeutschen Bank und der Hamburger Kreditbank der Gesellschaft einen Kredit von 21 Mill. DM zur Verfügung stellte.

Die Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe an, durch weitere Verstärkung der Flotte die Zahl der Abfahrten in den Liniendiensten weiter zu verbessern. Die Wiederaufnahme der Passagierfahrt mit großen Einheiten war bisher noch nicht möglich; immerhin sind drei der 10 000-tdw-Schiffe als kombinierter Typ eingerichtet und können bis zu 86 Passagiere in der 1. Klasse befördern. V.