753 Seiten zählt es und trägt den schlichten Titel

„Das Manuskript.“ Handbuch für Autoren. (Hermann Hübener Verlag, Wilhelmshaven, 39,50 DM.)

Auch sollte man den Untertitel nicht verschweigen: „Formen der Wortkunst. Werkzeug und Handgriffe des Schriftstellers.“ Herausgeber ist Otto Schumann, der in seiner Einleitung Absicht und Ziel der Darstellung heraushebt: Dichter zu werden sei Gnade, Schriftstellern könne man lernen. „Das Manuskript“ diene folglich dem Dichter, um sich die handwerklichen Grundlagen seines Metiers anzueignen, es diene dem Schriftsteller, einbrauchbarer Vertreter seines Faches zu werden.

Nach einigem Zögern, schon ein wenig bedenklich ob so großer Versprechungen, dazu geängstigt durch den verschwommenen Gegensatz zwischen dem Dichter und dem Schriftsteller, beginnt man mit der Lektüre des umfangreichen Werks.

Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis lehrt schnell, daß wirklich nichts vergessen wurde: Epik, Lyrik, Dramatik, Hörspiel, Film – sogar das wissenschaftliche Manuskript ist berücksichtigt. Für alles und jedes gibt es Rezept und Richtlinie, Maßstab und Regel.

Und was für Regeln! Goldene Worte in Hülle und Fülle: „Vermeiden Sie in der Erzählung alle abgeleierten Ausdrücke; diese sind so häufig gebraucht worden, daß sie nicht mehr das wiederzugeben vermögen, was Sie gewiß erstreben: etwas Besonderes!“

„Auch das Erfinden von Geschichten läßt sich üben, und wir werden im Verlauf immer wieder solche Übungen vornehmen; hier jedoch eine Grundübung. Nehmen Sie sich Sprichwörter, allgemeine Lebensweisheiten, Bibelworte und dergleichen vor.“