In der ao.HV der Rütgerswerke AG (Teerprodukte und Kunststoffe), Frankfurt/M. – vertreten waren nom. 13,09 Mill. DM von 17,375 Mill. DM Aktienkapital –, wurde einstimmig beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des AR das Grundkapital um bis zu 8,5 Mill. DM durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen. Von diesem Betrag sollen alsbald 4 1/4 Mill. DM Junge Aktien begeben werden, die den alten Aktionären und den Inhabern von Rütgers-Wandelschuldverschreibungen von 1952 im Verhältnis 6 : 1 zu pari durch ein Bankenkonsortium unter Führung der Süddeutschen Bank angeboten werden sollen.

Nach einer ausführlichen Begründung über den Zweck der Kapitalerhöhung – die zufließenden Mittel sollen in erster Linie zu einem forcierten Ausbau der Teerdestillationen und der Kunststoffbetriebe Verwendung finden – teilte der Vorsitzende des Vorstandes der Gesellschaft, Dr. Bellwinkel, mit, daß die günstige Absatzentwicklung auch im zweiten Halbjahr 1954, inbesondere bei den Kunststoffen und den Teerprodukten, weiter bestanden hat, so daß der Umsatz des Gesamtunternehmens um etwa 11 v. H. über dem Vorjahr liegt. Der Umsatz bei Teerprodukten lag trotz mengenmäßigen Rückganges (um etwa 6 v. H.) der Erzeugung durch Verkäufe aus Beständen mengen- und wertmäßig über dem Vorjahr. Die Imprägnierwerke waren wegen der bekannten ungünstigen Finanzlage der Bundesbahn und die dadurch veranlaßte Drosselung der Aufträge für Holzschwellen etwas schlechter beschäftigt als im Vorjahr, wogegen der Umsatz bei den Dachpappen-Fabriken und in den Bau-Abteilungen gehalten werden konnte. Bei einer gegenüber dem Vorjahr besseren Ertragslage rechnet die Verwaltung mit einem befriedigenden Abschluß für 1954. Die Gesellschaft hat zuletzt für 1953 eine Dividende von 6 v. H. auf 17,375 Mill. DM Grundkapital (2 11 umgestellt) gezahlt, davor 4 v. H. für 1952 und 5 v. H. für 1951.

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Opel startet mit gesenkten Preisen. Wenige Typen und hohe Bauziffern je Typ – dieser Grundsatz wurde seit Jahrzehnten von den Opelwerken befolgt und hat auch in der Nachkriegszeit seine Früchte getragen. Die von Jahr zu Jahr gesteigerte Opel-Produktion hat 1954 mit insgesamt 167 650 gebauten Personen-, Liefer- und Lastwagen die Vorkriegsleistungen weit übertreffen. So wurden 1954 vom 1,5-1-Opel-Personenwagentyp einschl. der Nebentypen Caravan und Lieferwagen insgesamt 110 226 Stück und vom Kapitän 44 259 Stück gebaut. Als Folge der gewaltig angewachsenen Produktion, des Ausbaues und der Rationalisierung der Produktionsanlagen hat Opel zum 3. Januar die Preise für diese Typen beträchtlich gesenkt. Der Olympia-Rekord ist nunmehr unter die 6000-DM-Grenze gerückt, und der Olympia kostet jetzt nur noch 5250 DM. Eine besondere Überraschung ist der neue Preis für den Opel-Kapitän mit 8990 DM.

Vollmoller-Trikot auch 1953 mit Verlust. Die Verwaltung der Vereinigte Trikotfabriken Vollmöller AG, Stuttgart-Vaihingen, berichtet für 1953, daß der wertmäßige Umsatz in Jantzen-Schwimm- und Strandanzügen erneut um rd. 45 v. H. über dem Vorjahr lag, bei Lanova-Oberbekleidung und-Wäsche konnten die Umsätze gehalten werden. Im letzten Jahr war dagegen mit Ausnahme des unverändert günstigen Jantzen-Geschäftes die Entwicklung rückläufig, so daß insgesamt der Umsatz von 1953 voraussichtlich nicht erreicht worden ist. Der Wettbewerb hat sich weiter verschärft. Mehr und mehr versuchen Abnehmer unter dem Zwang ihrer finanziellen Lage, das Lagerrisiko In modischen Artikeln dem Hersteller aufzubürden. Der Abschluß 1953 ist durch die Verluste der Beteiligungsfirma Lang & Duiller in Leinfelden beeinträchtigt worden;auf diese Beteiligung mußten erneut 0,16 (1952: 0,40) Mill. DM abgeschrieben werden. Auch die erforderliche vorsichtige Bewertung von nicht abgesetzten Winterbeständen (die Vorräte an Fertigfabikaten stiegen von 0,61 auf 1,23 Mill. DM) haben das Ergebnis geschmälert. Hinzu kam, daß bei den gedrückten Verkaufspreisen die Gestehungskosten nicht voll gedeckt werden konnten.