Ausländisches Staatsoberhaupt

Vor schwierige Probleme werden die deutschen Grenzbeamten durch die Anordnung gestellt, daß ausländischen Diplomaten gegenüber besonders schnell, höflich und taktvoll zu verfahren sei. So verlangte vor kurzem der saarländische Ministerpräsident Hoffmann am Straßenkontrollpunkt Vogelbach, man solle ihn als „ausländisches Staatsoberhaupt“ ein zum Geschenk für einen kirchlichen Würdenträger bestimmtes Kristallservice zollfrei einführen lassen. Zollinspektor B. lehnte zunächst ab, erhielt aber von der Oberfinanzdirektion Neustadt auf Rückfrage den Rat, das Service zollfrei durchgehen zu lassen. B. machte darauf eine Aktennotiz, daß er diesen Rat nicht befolgen könne, da er die Anerkennung Hoffmanns als Staatsoberhaupt und gleichzeitig die des deutschen Saargebiets als Ausland in sich schließe. Schließlich ließ ein anderer Beamter Hoffmann mit dem Service, wie gewünscht, passieren.

Sind die Sowjets besser?

Der im Mai 1945 von den Sowjets entführte und im September 1954 nach Leipzig zurückgekehrte deutsche Atomphysiker und Nobelpreisträger Gustav Hertz, ist, nach einem Bericht des SED-Blattes „Berliner Zeitung“, während seines Aufenthaltes in der Sowjetunion für seine entscheidende Mitarbeit am Aufbau einer Atomforschungsstätte in Sotschi am Schwarzen Meer mit dem Stalin-Preis ausgezeichnet worden und hat jetzt einen Lehrstuhl für Physik an der Leipziger Karl-Marx-Universität inne. Hertz war 1935 aus dem Physikalischen Institut der Technischen Hochschule Berlin ausgeschieden, weil er Hitler die geforderte Loyalitätserklärung verweigert hatte.

Vulkan-Nachwehen

In der auf 500 000 DM Schadenersatz lautenden Klage des Frankfurter Getreideimporteurs van Hazebrouk gegen die Bundesregierung hat die Zivilkammer des Bonner Landgerichts einen Vergleich empfohlen. Der Kläger besteht jedoch auf Ersatz des Schadens, der ihm durch seine Verhaftung im Zusammenhang mit der Vulkanaffäre entstanden sei, zumal die ihm zugesagte Ehrenerklärung der Bundesregierung noch immer nicht erfolgt ist. Die Bundesregierung beharrt auf Abweisung der Klage.

Ein feines Vorbild