Bei der Kölner Ford-Werke AG begann das Jahr 1955 mit einem optimistischen Start: das Unterneimen stellte Anfang Januar einen neuen Personenwagen vor, der als Zwillingsbruder des erfolgreichen „12 M“ nunmehr in die 1,5-Liter-Klasse gehört. Das jüngste Ford-Kind, der„Taunus 15 M“, hat neben einer Reihe von begrüßenswerten Delikatessen gegenüber dem Typ „12 M 55“, der sich übrigens mit einem neuen „make-up“ vorstellt, vor allem ein neues und stärkeres Herz erhalten.

Der neue Wagen verfügt über einen kopfgesteuerten 1,5-Liter-Kurzhub-Vierzylinder-Motor mit übergroßen Ventilen, neuartig geformten Verbrennungsräumen und einer hohl gegossenen Kurbelwelle. Bei einem Kraftstoffnormverbrauch von nur 8 1 je 100 km leistet er 55 PS und dürfte in seiner Klasse bei der hohen Autobahndauergeschwindigkeit von 125 km/st zweifellos einer der schnellsten Wagen sein. Die Konstruktion wurde bewußt nicht etwa auf eine extrem hohe Endgeschwindigkeit gezüchtet, sie ist vielmehr auf eine größtmögliche Anzugsfreudigkeit und Elastizität abgestellt. Und so zeigte der Wagen bei den Probefahrten dann auch ein enormes Beschleunigungsvermögen aus allen Geschwindigkeitsbereichen.

In der äußeren Form wird bei dem „15 M“ die enge Verwandtschaft mit dem „12 M“ deutlich erkennbar. Gegenüber dem Zwillingsbruder hat der neue Ford-Typ aber eine betont breite Kühleröffnung, organisch eingefügte Scheinwerfer-Schirmblenden, erfreulich große Heckleuchten (die mit einem Parklicht verbunden sind) und als weitere bemerkenswerte Neuerung einen sehr günstig in der Wagenmitte hinter dem umklappbaren und sich automatisch aufrichtenden Nummernschild den Tankverschluß, Nicht unerwähnt soll bleiben, daß beide Türen jetzt von innen zu verriegeln und von außen zu entriegeln sind, so daß man auf engen Parkplätzen immer die Möglichkeit hat, an die am günstigsten gelegene Tür heranzukommen. In Verbindung mit dem Stapellauf des rassigen „15 M“ wurde der Preis des diesjährigen „12 M“-Modells um 485 DM herabgesetzt.

Dank des hervorragenden Qualitätsprogramms war das rückliegende Jahr für die deutschen Ford-Werke sehr erfolgreich : die Gesamtproduktion, die 1948 kaum 5700 Fahrzeuge betrug, belief sich 1954 auf 58 500 Einheiten. Mit 31 502 exportierten Wagen wurden immerhin 50 v. H. der gesamten deutschen Ford-Produktion ausgeführt, das bedeutet, daß die Kölner Ford-Werke 1954 für Deutschland Devisen in Höhe von fast 150 Mill. DM gebracht haben. Der Wertumsatz, der 1953 rund 350 Mill. DM betrug, konnte im Vorjahr auf 400 Mill. gesteigert werden. Heute laufen jeden Tag über 200 Ford-Erzeugnisse von den Montagebändern der modernen Kölner Werke, deren Produktionsfläche von 48 279 qm in 1948 jetzt auf 130 786 qm angewachsen ist. w w.