1930 infien: Der österreichische Landwirtschaftsminjr Anton Chonochowski schlendert durch dieächtliche Stadt. Er hat noch Zeit, gerät auf nem Bummel in Gegenden, die er länger niclmehr gesehen, kommt vorbei an seiner alten ule, dann in den Stadtpark. Dort, weiß der femel warum, spricht er ein Mädchen an, kein letes, sondern ein wohlbehütetes Kind einer wohrgenden Familie, und in diesem Mädchen fegnet ihm seine Jugend, und in einer ihm selbenum erklärlichen Anwandlung küßt er das Mäcsn.

Der klei Konflikt — denn das Mädchen wehrt sich i bißchen — lockt einen Polizisten herbei, dejeines Amtes zu walten hat, auch einem Mimr gegenüber. Jedoch, das alles hätte des Ministe die Szene beobachtet und sich als großsprechecher Zeuge zur Verfügung gestellt hätte. Der ttert seine Chance, den verhaßten Gegner bürlich zu ruinieren. Erst das Dazwischentreten, bauernschlauen Parteifreundes und Parteichefs tet die Situation durch einen politisehen Kuhhdel.

Daß ist, irz acherzählt, der Inhalt eines Buches, dasjf erstaunliche Weise zum Nachdenken anre Heinrich Edid Jacob: Ein Staatsmann strauchelt. Roman. IS&iten. 6 80 DM. Carl Sdmnemann Verlag, Bren.

Gewiß, est ein liebenswürdiges Buch, das in vielen Partieehr harmlos aussieht, so harmlos manchmal, dder Leser sich in eine bloße Unterhaltung hinverstrickt sieht. Insbesondere gilt dies für die ce Hälfte des Buches, wo der Herr Minister sidvischen Lächeln und Tränen seinen Jugendermneigen hingibt. Der zweite Teil des Buches aber ßt in andere Bereiche: in die politischen; undrade diese Partien haben eine erschreckende Qualität bewahrt, seit sie niedergeschrieben wo n sind (Der Roman ist nämlich vor weit melals 20 Jahren zum erstenmal erschienen ) Innserer politischen Welt geht es zweifellos vi komplizierter zu als in diesem Buch; aber des ist dennoch ein des Studiums würdiges Mdl für die Zwielichtigkeit jener Existenzen, ddas Persönliche bedenkenlos dem Allgemeinen r — einer Illusion zuliebe freiiT 1 i £8 ist doch nur der Mensch. Das ährt denn auch der Held dieses Buches an sicHber. Herbert Eisenreich