Die Daimler-Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim hat 1954 insgesamt 67 900 (1953: 51 660) Kraftfahrzeuge hergestellt. Diese Produktion verteilt sich auf 48 816 (34 975) Personenkraftwagen, 14 389 (12 759) Lastkraftwagen, 2161 (2173) Omnibusse und Obusse und 2544 (1753) Unimog-Mehrzweckfahrzeuge.

Der Gesamtumsatz der Gesellschaft, der sich nicht allein auf Kraftfahrzeuge beschränkt, hat 1954 1050 Mill. DM erreicht, Er hat damit den von 1953, der mit 876 Mill. DM um 10 Mill. über dem Ergebnis von 1952 gelegen hatte, um 20 v. H. übertroffen. Der Export war 1954 mit 356 Mill. DM am Gesamtumsatz beteiligt. Die Erhöhung des Exportumsatzes belief sich somit 1954 im Vergleich zum Vorjahr auf 45,6 v. H., 1953 hatte der Export im Vergleich zu 1952 nur um 8 v. H. gesteigert werden können. Mit dem 1954 erreichten Ergebnis sind, wie von der Gesellschaft erklärt wird, die angestrebten Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden.

Eine Überführung des Volkswagenwerkes in Privatbesitz mit breiter Streuung der Aktien wurde vom Deutschen Industrieinstitut gefordert. In der Stellungnahme wird betont, daß der Volkswagen und das VW-Werk Symbole marktwirtschaftlicher Leistungen seien und als Brücke zur Volksaktie und zu einem neuen Volkseigentum auf privater Grundlage dienen könnten. Es wäre einzigartig in der Geschichte, so heißt es weiter, daß gerade ein Unternehmen der Automobilindustrie in der öffentlichen Hand sein sollte.

VW-Transporterwerk soll noch 1955 Produktion aufnehmen. Der AK des Volkswagenwerkes wird voraussichtlich noch in diesem Monat die Entscheidung über die Errichtung eines Zweigwerkes treffen, erklärte Generaldir. Dr.-Ing. Heinz Nordhoff in einer Ansprache an die Belegschaft des VW-Werkes. Wahrscheinlich wird das VW-Transporterwerk im Gebiet von Hannover stehen und 4000 bis 5000 Arbeiter beschäftigen. Das neue Werk soll noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen.

Die drei Bremer Automobilwerke, die Carl W. F. Borgward GmbH., die Goliath-Werke GmbH und die Lloyd Motoren-Werke GmbH, konnten im Jahre 1954 ihre Produktion um rund 62 v. H. steigern. Insgesamt wurden 67 918 (im Vorjahr 41 934) Fahrzeuge hergestellt – ein bisher in Bremen nicht verzeichnetes Ergebnis. Im einzelnen entfielen auf die Carl F. W. Borgward GmbH 20 068 (im Vorjahr 12 875) Fahrzeuge, auf die Goliath Werk GmbH 14 114 (9749) Fahrzeuge und auf die Lloyd Motoren-Werke GmbH 33 736 (19 310) Fahrzeuge. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 8934 Ende 1953 auf jetzt 13 308.

Zunahme der DKW – Automobilproduktion. Einschl. der Dezember-Produktion der Auto Union von 5872 Motorrädern und -rollern sowie 3516 Automobilen ergibt sich für 1954 eine Jahresproduktion von 67 722 Motorrädern und -rollern gegenüber 65 841 Einheiten in 1953 sowie von 39 399 Personenwagen, gegenüber 29 602 Einheiten im Vorjahr. Diese Produktionssteigerung ist vor allem beachtlich bei den Motorrädern, weil an sich in der gesamten Motorradindustrie gegenüber dem Vorjahr ein Produktionsrückgang von ungefähr 20 v. H. zu verzeichnen war. Der Export konnte besonders durch die gute Aufnahme des Dreizylinder-Personenwagens im Wert um 75 v. H. gesteigert werden. Von der Pkw-Produktion gingen 30 v. H. ins Ausland, während der Exportanteil der Gesamtproduktion der Auto Union bei 25 v. H. lag. Exportiert wurde 1954 in 85 Länder.