Dlie mit der Wicderbewaffntusammenriängenden Verteidigungsbaüfrfordern eine vernünftige Zeitplanung, wennnieden werden soll, daß von der Bauwirtschaf t drwierigkeiten "entsteheöj die sidrauf weite Beider "Wirtschaft auswirken müßten. Aus diesem ide ist die BauWirtschaft daran interessiert, der öffentliche Auftraggeber zeitgerecht dispoiund vor allem die Chancen einer rechtzeitigetvergzbe nutzt und nicht — wie m der Vergajeit sehr häufig — die Hälfte eines Baujahres pichen läßt, ehe die erforderlichen Mittel bereist werden. Die Bauwirtschaft wird im jn der Wiederbewaffnung vier Baukategoril unterscheiden haben: a) Kasernen, Depots, Ütte und Werkstätten, b) Sonderbauten wie jlätze und Hafenanlagen, c) Bauten im RaUer öffentlichen Dienste wie Verbreiterung vcraßen, Verstärkung von Brücken, Ausbau voflnieldeänkgen, d) Luftschutzbauten für den zi Abschnitt. Fürs erste scheint der Verteidigungäg lediglich den ersten beiden Kategorien vorten zu bleiben, wobei sich schon bei den Käsetauten ein theoretischer Geldbedarf ergibt, dt vorerst vorgesehenen jährlichen neun Mrcff für Verteidigungszwecke relativ niedrig enen läßt.

Nach den NATO Riclitlim<d die Kasernentypen auf 1000 Mann Streit! abgestellt; das bedeutet, daß bei 500000 I Verteidigungsstreitkräften rund 500 Kaseöotwendig sind. Hiervon sind aus "alliierteaand" sowie aus bisher zweckentfremdeter Vjdung rund 150 Kasernen vorhanden, die al%s für die neuen Zwecke wieder instandgesetzden müssen. Auf der Berechnungsgrundlage, die Unterkunft eines Soldaten 12800 DM Jen, kostet also eine Kaserne 12 8 Mill. Dlrbei handelt es sich lediglich um die reinen ikunftskosten, die erfahrungsgemäß nur die Häer Baukosten des Gesamtkasernements ausma da Luftschutzbauten, Werkstätten und Gsallen hinzukommen. Der theoretische Gesanag für die Kasernenbauten dürfte sich somi> zwischen 9 bis 12 Mrd. DM belaufen. Hinjnmen_die Kosten für Flugplatzbauten. Man ri damit, daß acht Flugplätze von den Alliierter Mitbenutzung freigegeben werden. Weiteffzehn Flugplätze müssen neu angelegt werdiier läßt sich der theoretische Geldbedarf nodtn übersehen. Nun werden ohne Zweifln sämtliche Kasernen von Anfang an not sein. Im Gegenteil: die zuständigen Bonneen rechnen damit, daß im ersten Aufstellungsort mehr als 25 bis 30 Kasernements erfoth sind, um den ersten Notwendigkeiten geru werden. Da auf der anderen Seite kaum daa rechnen ist, daß die Pariser Verträge vor Sr 1955 ratifiziert sein werden, im Anschluß! aber überhaupt erst die Rechtsgrundlage :ht, ein Bundesunschwer ausrechnen, daßestens 1956 und 1957 die Bauwirtschaft mfangreicheren Kasernenbauten wird rechnenen. 1955 wird daher der Wohnungsbau fützivilen Abschnitt absolut noch im Vordergistehen; allerdings wird in Kreisen der Bauwilt damit gerechnet, daß gewisse Vorbereitunglben anfallen, wie etwa Wohnungsbauten in elie von in Aussicht genommenen Kasernenanlünd Ersatzbauten bei frei zu machenden Kai, in denen bisher Vertriebene und Evakuieifergebracht waren. Das Volumen wird freilium über 300 bis 400 Mill. DM hinausgehee sehr bescheidene Größe angesichts des gesa Bauvolumens der deutschen Bauwirtschaft is von 17 Mrd. DM in 1954. Entscheidender iß die zuständigen deutschen Behörden die nolanten Besatzungsbauten so fristgerecht in 4 nehmen, daß sie in diesem Jahr zum größten Teil abgewickelt werden können, um auf diese Weise Luft für die deutschen Verteidigungsbauten ab 1956 zu schaffen, In Bonn ist man sich auf Grund solcher Üoerlegungen darin einig, daß eine Beunruhigung auf bauwirtschaftlichem Gebiet vorerst wenigstens nicht angebracht ist. Die sich aus dem späteren Kasernenbau ergebenden Erfordernisse können in Ruhe abgewartet werden, vorausgesetzt, daß die amtlichen Stellen keine überstürzten Termine fordern. Wesentlich schwieriger ist dagegen die Bereitstellung der Mit dem steigenden Bauvolumen hat die Bauwirtschaft in den letzten vier Jahren über 375000 neue Bauarbeiter eingestellt, und es hat den Anschein, als nähere sich die Bauwirtschaft der Grenze, über die hinaus keine zusätzlichen Arbeitskräfte in wesentlichem Umfange mehr zur Verfügung stehen. Im Durchschnitt wird damit gerechnet, daß rund 3 v. H der männlichen Erwerbspersonen für die kommende Verteidigungsstreitmacht eingezogen werden. Bei 1 8 Millionen Beschäftigten in der Bauwirtschaft sind dies rund 60000 Arbeitskräfte aus diesem Bereich. Da es sich in erster Linie um jüngere Arbeitskräfte handelt, wird die Zahl der Lehrlinge voraussichtlich stark beeinträchtigt werden. Von dieser Seite her kann sich ein Arbeitsengpaß ergeben, der abgesehen von der Frage zur Verfügung stehender Fremdarbeiter in erster Linie nur durch weitere Rationalisierungsbestrebuttgen ausgeglichen werden kann. Nun zeigt sich, daß diese Rationalisierungsreserven bei der Bauindustrie selbst wesentlich größer sind als beim Bauhandwerk, das Bauhandwerk jedoch einen größeren Anteil am Bauvolumen besitzt als die Bauindustrie. Typisch für die Rationalisierungsschwierigkeiten in der Bauwirtschaft ist der Baumaschinenabsatz, der 1953 nur 180 Mill. DM und 19S4 rund 220 Mill. DM betrug, also eine recht bescheidene Rationalisierungsrate im Vergleich zu einem Bauvolumen von 17 Mrd. DM. Die Bauwirtschaft ist zur Zeit bemüht, die Rationalisierungsmöglichkeitea zu verbessern und führt mit dem Bundesfinanzministerium entsprechende Verhandlungen, um über erweiterte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten einen größeren Anreiz zur Rationalisierung zu geben.

Ein weiteres Problem, das gegenwärtig erhebliches Kopfzerbrechen verursacht, ist die Frage, inwieweit bei größeren Auftragsvergebungen die Einschaltung unlauterer Elemente verhindert werden kann, um jene Mißstände zu vermeiden, wie sie bei der Auftragsvergabe irn Rahmen der Besatzungsbauten sichtbar wurden, ohne daß dabei die Grundsätze des freien Wettbewerbs verletzt werden. Da umfangreichere Bauvorhaben bei der geringen Kapitaldecke der Bauwirtschaft nur durch Anlauffinanzierungen durchgeführt werden können, wird der öffentliche Auftraggeber gegebenenfalls den Nachweis einer gewissen Bonität des Unternehmens für die künftigen Rüstungsaufträge verlangen müssen. Allerdings ist bisher noch keine wirklich befriedigende Regelung gefunden worden, zumal die Auf Stellung eventueller Berufslisten einen zu starken berufsordnerischen Charakter tragen würde. G. Griintberg