Albrecht Goes: Das Brandopfer, S. Fischer-Verlag 74 Seiten, 3,20 DM.

Die Novelle erzählt von den Erinnerungen einer Fleischersfrau, die in der Stadt die „Judenmetzig“ hieß, seitdem ihr Laden an einem Wochentag für den Einkauf der Menschen mit dem gelben Stern auf dem Mantel reserviert wurde.

Albrecht Goes wagt es, aus dem Ladentisch einer Fleischerei den Richtstuhl zu machen, vor dem die Schuld unseres Volkes ausgebreitet wird. Nach dem Erschrecken über das Vergangene, das wir so leicht und gern vergessen haben und das uns aus diesen Seiten wieder anfällt, nicht nur nach den Maßstäben der Literatur ist dieses Buch zu messen.

Wladimir Korolenko: „Der Wald rauscht“. 361 S. 7,70 DM, übertragen von Bruno Goetz, Manesse Bibliothek der Weltliteratur.

Die erste Erzählung, „Makars Traum“, eine ins bäuerisch-slavische versetzte Divina Commedia, berichtet von der Jenseitswanderung des geplagten und ewig betrunkenen Bauern Makar, der mit Gott wegen seines elenden Erdendaseins rechtet und schließlich von ihm erhört wird. – „Der blinde Musikus“, die Geschichte eines blindgeborenen Knaben, der unter der behutsamen Führung eines alten Rebellen lernt, sein Schicksal zu meistern, und die Titelerzählung „Der Wald rauscht“ gehören zu den zu Unrecht nur einem Kreis von Liebhabern bekannten Meisterwerken der russischen Literatur.

Aleksej Tolstoj: „Nikitas Kindheit“, Deuerlichsche Verlagsbuchhandlung, Göttingen, 154 S. 4,80 DM.

Die Erzählung erschien zum ersten Male 1922 in Rußland. Für den Leser, besonders für den, der selbst vom Lande stammt, ist diese Lektüre wie eine Heimkehr in das Erfülltsein des ländlichen Kinderdaseins, in dem jedes Erleben, Manschen, Tiere und Natur ihren Anspruch auf einen wichtigen Platz in unserem Herzen haben.