Aachen-Münchener zahlt 6 v. H. für 1952. Eine Dividende von 6 v. H. auf 7 Mill. DM eingezahltes Aktienkapital (insgesamt 9 Mill. DM AK) für das Geschäftsjahr 1952 beschloß die oHV der Aachener und Münchener Feuer-Versicherungsgesellschaft. Gleichzeitig wurden die RM-Schlußbilanz sowie die DM-Abschlüsse von 1948 bis 1952 einstimmig gebilligt. Das Nominalkapital wurde 10 : 3, das eingezahlte Kapital 10 : 3,5 umgestellt. – Seit dem Jahre 1950 hat die Gesellschaft laufend Gewinne erzielt. Die Gesamtbeitragseinnahmen in 1952 betrugen 55,69 Mill. DM (im Vorkriegsjahr 1939, in dem noch ein großes Auslandsgeschäft vorhanden war, 30,9 Mill. RM). Das Prämienaufkommen stieg 1953 auf 65 Mill. DM und dürfte Ende 1954 75 Mill. DM betragen haben, so daß die befriedigende Aufwärtsentwicklung auch in den beiden letzten Geschäftsjahren angehalten hat. Das Unfall- und Haftpflichtgeschäft (allgemeines Geschäft) ist der einzige Geschäftszweig, der in allen Jahren mit erheblichen und steigenden Verlusten abgeschlossen hat, teils wegen mehrerer Schadensfälle mit hohen Summen, teils weil die Prämien nach Ansicht der Verwaltung das Risiko nicht mehr decken. Als einzige deutsche Versicherung hat die Aachen-Münchener satzungsgemäß einen Fonds für gemeinnützige Zwecke, dem seit der Währungsreform insgesamt 220 000 DM zugewiesen wurden. – Die Aachener und Münchener Feuer-Versicherungsgesellschaft ist an der Aachener und Münchener Lebensversicherungs-AG in Karlsruhe mit (Mill.-RM-Werte) 1,95, an der Fortuna Rückversicherungs-AG in München mit 0,96, der „Motag“-Versicherungs-AG in Berlin mit 0,762, an der Oldenburger Versicherungsgesellschaft mit 3,016 sowie an der Thuringia Versicherungs-AG in München mit 6,32 beteiligt (Konzernunternehmen im Sinnendes Aktiengesetzes). Bis zum Jahre 1950 war die Gesellschaft außerdem an sechs Versicherungsunternehmen, von 1951 ab an fünf Unternehmen mit mehr als 25 v. H. beteiligt.

Die Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG zählt trotz der Spaltung Berlins und der damit verbundenen erheblichen Anlageverluste noch immer zu den großen deutschen Energieerzeugungsunternehmungen. Nach dem Geschäftsbericht für 1953/54 (30. 6.) hat sich die Bilanzsumme bei einem Grundkapital von 150 Mill. DM im 25. Geschäftsjahr auf 534 (i. V. 489) Mill. DM erhöht. Das Anlagevermögen hat, hauptsächlich durch den Ausbau des Kraftwerkes Ernst Reuter (früher Kraftwerk West) und die Modernisierung eines älteren Kraftwerkes, wie schon in den zwei vorhergehenden Geschäftsjahren, erneut um 40 Mill. DM zugenommen und beträgt jetzt 430 Mill. DM. Die Kriegs- und Kriegsfolgeschäden können damit als überwunden angesehen werden. Von dem Nettozugang des Anlagevermögens sind etwa zwei Drittel durch Selbst- und ein Drittel durch Fremdfinanzierung aufgebracht worden. Dieses Verhältnis hofft die Gesellschaft auch bei den bis 1960 geplanten Neuinvestitionen beibehalten zu können, die auf rund 170 Mill. DM veranschlagt sind. Entgegen den vorjährigen Erwartungen hat das Unternehmen einen Gewinn von 4‚6 Mill. DM (2,6) erwirtschaften können, so daß einschließlich des Vortrages der beiden vorhergehenden Geschäftsjahre ein Gewinn von 7,55 Mill. DM zur Verfügung steht. Der zum 28. Januar 1955 einberufenen HV wurde vorgeschlagen, daraus erstmalig nach neun Jahren wieder eine Dividende von 4,8 v. H. zu verteilen und den Rest von 0,35 Mill. DM auf neue Rechnung vorzutragen. – Das Unternehmen befindet sich seit April vorigen Jahres wegen Preisdifferenzen in einem noch nicht entschiedenen Verwaltungsstreitverfahren mit dem Berliner Senat, der einige Preissenkungen verlangt hatte. Das Unternehmen vertritt demgegenüber den Standpunkt, daß es bei der Befolgung der Senatsauflage nicht mehr die im Preisgesetz zugesicherten Normalkosten eines wirtschaftlich geführten Betriebes erhalten würde und im Interesse seiner Aktionäre im In- und Ausland wie zur Sicherung seiner Stabilität zur Wiederaufnahme der Dividendenzahlung verpflichtet ist.

Die Sparkasse der Stadt Berlin-West hat 1954 durch den Zuwachs von 69,1 Mill. DM Spareinlagen zum ersten Male seit der Währungsreform die Zweihundertmillionengrenze um 3,6 Mill. DM überschritten. Die Zuwachsrate von 54,7 v. H. war sogar etwas höher als im Bundesgebiet mit 52,6 v. H. Dennoch wird der Abstand in der wirtschaftlichen Erholung Berlins gegenüber dem Westen deutlich an der Höhe der Einlagen je Kopf der Bevölkerung, die in Berlin im abgelaufenen Jahr nur 215 DM, im Bundesgebiet dagegen 357 DM betrug. Die Zahl der Sparkonten Ist im Laufe des Jahres von 275 495 auf 324 225 gestiegen, die Bilanzsumme um 101,9 Mill. DM oder 43 H. auf 340,3 Mill. DM, und die Gesamteinlagen wuchsen um 86,3 Mill. DM oder 44 v. H. auf 284 Mill. DM an. Von den 58 Mill. DM Giroeinlagen entfielen am Jahresende 35,5 Mill. DM auf Sichteinlagen und 22,5 Mill. DM auf befristete Einlagen. Von den insgesamt bewilligten Krediten in Höhe von 36.4 Mill. DM kamen allein 21,8 Mill. DM auf den Wohnungsbau. Einen erheblichen Teil der Arbeit nahmen die Fortführung der Uraltkontenbereinigung, ihre Umstellung nach dem Umstellungsergänzungsgesetz und besonders die Altsparerentschädigung in Anspruch, die allein die Prüfung von 735 000 Konten erforderte. Von den bisher erteilten Gutschriften im Betrag von 29,8 Mill. DM wurden erst 7,8 Mill. DM ausgezahlt oder anderen Konten gutgeschrieben. Da die volle Freigabe der Altsparerguthaben, wie sie im Bundesgebiet besteht, in Berlin aus Liquiditätsgründen noch nicht möglich war, sind bisher nur Beträge bis zu 100 DM freigegeben worden. Die Sparkasse hat 1953 zum ersten Male seit der Währungsreform einen Reingewinn erzielt, der 0,46 Mill. DM betrug und 1954 voraussichtlich um 0,1 bis 0,2 Mill. DM höher liegen wird. Kürzlich erhielt sie als eine der wenigen großen deutschen Sparkassen den Charakter einer Außenhandelsbank.

Die Hamburg-Bremer Feuer-Versicherungsgesellschaft, Hamburg, blickt in diesen Tagen auf ihr 100jähriges Bestehen zurück. Da das binnenländische Geschäft zur Zeit der Gründung des Instituts infolge der politischen Zersplitterung Deutschlands behindert war, entfaltete die Gesellschaft zunächst eine um so größere Aktivität im Auslandsgeschäft; es gab kaum ein Land, in dem sie nicht vertreten war. Durch die beiden Weltkriege hat die Gesellschaft, namentlich in ihrem Auslandsgeschäft, schwere Verluste hinnehmen müssen. Auch die Prämien des Binnengeschäftes schrumpften infolge der Zonentrennung auf einen Bruchteil der Vorkriegshöhe zusammen. Seit der Währungsreform hat aber der Wiederaufbau rasche Fortschritte gemacht. 1954 erreichte die Gesellschaft bereits wieder eine Prämieneinnahme von rund 12 Mill. DM, gegenüber 10,84 Mill. DM im Jahr zuvor und 7,02 Mill. DM 1950.

10 000 Tempo-Wagen exportiert. Im Dezember 1954 wurde der 10 000. Tempo-Wagen seit Kriegsende exportiert. Der Export konnte im letzten Jahr gegenüber 1953 um 25 v. H. gesteigert werden. Hauptabnehmer in Europa waren Belgien, Frankreich, Holland, Italien, Österreich, Skandinavien und die Schweiz in Übersee Australien, Brasilien und Indonesien. Das Absatzgebiet des Werkes umfaßt zur Zeit 52 Länder. Die Jahresproduktion 1954 betrug 9243 Tempo-Wagen. Den größten Anteil daran hatte, der 0,85-Tonner-Tempo-Wiking mit 5565 Fahrzeugen. Es folgen die Typen Matador, Hanseat und Boy.

Neue Sparcasse von 1864 in Hamburg. Die Zunahme der Einlagen bei der Neuen Sparcasse von 1864, Hamburg, war auch 1954 wieder größer als im Bundesdurchschnitt. Die Gesamteinlagen stiegen um 78,6 Mill. auf 292,7 Mill. DM. Den stärksten Zuwachs hatten die Spareinlagen, die sich um 51,5 Mill. DM (rund 40 v. H.) auf 78,7 Mill. DM erhöhten.

Bei der Hamburger Sparcasse von 1827 ist im Vorjahi der Gesamteinlagenbestand auf rund 455,3 Mill. DM gestiegen. Darunter befinden sich Spareinlagen in Höhe von 294,4 Mill DM Sparklubs mit etwa 120 000 Mitgliedern sparten im vergangenen Jahr rund 6.2 Mill. DM; 1953 waren es 5 und 1952 rund 4,3 Mill. Allein im Dezember konnten 13 743 steuerbegünstigte Sparverträge abgeschlossen werden.