Der Braunkohlenbergbau hat sich für die kommenden Jahre ein großes Stück Arbeit vorgenommen. Der Schwerpunkt des derzeitigen Braunkohlenaufkommens der Bundesrepublik liegt im rheinischen Revier. Hier werden rund 85 bis 87 v. H. der Braunkohlenförderung, 91 v. H. der Briketterzeugung und 87 v. H. der Stromerzeugung auf Braunkohlengrundlage im Bundesgebiet erarbeitet. Dabei befindet sich der rheinische Braunkohlenbergbau mit seinem Vorrat von rund 60 Mrd. t anstehender Kohle mitten in einem Strukturwandel von Tagebau zum Tiefbau. Bei einer gegenwärtigen Produktion von 87,86 Mill. t Rohbraunkohle im Bundesgebiet in 1954 hat das rheinische Revier 75,8 Mill. t und von 16,83 Mill. t Briketts 15,2 Mill. t geleistet. Um diese Rohkohle zu fördern, mußten 83,4 bzw. 61,2 Mill. cbm Erdmassen abgeräumt werden, um an die Kohle heranzukommen. Bis 1960 wird sich diese Abraumbewegung auf jährlich 195 Mill. cbm steigern, wobei die Braunkohlenförderung im Rheinischen auf 94 Mill. und die Briketterzeugung auf 16 Mill. t steigen wird. Die Stromerzeugung soll dann 22,8 Mrd. kWh gegen zur Zeit 11,42 Mrd. kWh ausmachen.

Zur Zeit werden im Rheinischen 19 Tagebaue, teilweise seit 75 Jahren betrieben. Sie gehen bis zu 120 m tief. Die neuen reichen bis 250 m. Aber schon ab 1960 wird nur noch aus 10 Tagebauen Kohle gefördert werden können, während der Rest aus weit größeren Tiefen geholt werden muß. Die Verbesserung der deutschen Tagebäutechnik, der Bau großer Abraumbagger, die Anlage einer eigenen mit 50 Hertz elektrifizierten Nord-Süd-Bahn durch das Braunkohlenrevier und die maschinellen Anlagen zumAbräumen“ einer Gesamtwassermenge von rund 40 Mrd. cbm in 6 bis 10 Jahren sind die Vorbedingungen, die der Braunkohlenbergbau löst bzw. gelöst hat, um seine zukünftige Förderung zu sichern. l t.