dd, Frankfurt

Als der Polizeipräsident von Frankfurt die ersten Parkometer in der Innenstadt aufstellen ließ, äußerte die Öffentlichkeit und mit ihr ein Teil der Presse starke Bedenken gegen dieses Experiment, dessen Rechtsgrundlage wegen der mit einer Gebührenerhebung für parkende Wagen verbundenen Einschränkung des „Gemeingebrauchs“ an den öffentlichen Straßen und Plätzen bis heute umstritten ist.

Finanziell hat sich jedoch die Einrichtung von Parkometern in der Frankfurter Innenstadt erstaunlich gut bewährt. Die bisher aufgestellten 740 Parkometer brachten im Tagesdurchschnitt 90 Pfennig (für je 10 Pfennig eine halbe Stunde Parkerlaubnis) ein; innerhalb von zwei Jahren werden auf diese Weise die Anschaffungskosten für 800 Parkometer in Höhe von 350 000 DM voll gedeckt sein; die Überschüsse, die vom Sommer 1956 an aus der Parkometergebühr erzielt werden, sollen zum Bau neuer Parkplätze verwendet werden; Geldstrafen wegen Überschreitung der bezahlten Parkzeit gehen dagegen kaum ein; seit September sind nur 40 Anzeigen erstattet worden, ein Zeichen dafür, daß die Kraftfahrer im allgemeinen ehrlich ihren Obolus bezahlen, zumal sie gewohnt sind, auf bewachten Parkplätzen – besonders von der Bundesbahn, die für jedes Parken am Hauptbahnhof der Mainmetropole 75 Pfennig kassiert – noch ganz anders geschröpft zu werden.