I ei den am letzten Wochenende im Berliner Sportpalast ausgetragenen Deutschen Meistersation. Als bester von allen Teilnehmern erwies sich ein elfJahriger Schuljunge aus München, Manfred im Pflichtlaufen an die Spitze setzte und sie bis zur letzten Sekunde seiner mit erstaunlicher Unbekümmertheit und Sicherheit gelaufenen Kür nicht mehr aus der Hand gab. Er wurde nach dem Urteil aller Zuschauer, undnicht nur der berufenen Preisrichter, mit vollem Recht zum neuen Deutschen Meister gekürt und erhielt einen mehr als stürmischen Beifall für seine großartige Leistung. Den zweiten Platz belegte ein weiterer Schüler, Tilo Gutzeit aus Düsseldorf, der sechzehn Jahre zählt. Auch im licher Meisterehren, die elfjährige Marika Kilius und der 17jährige Franz Ningel aus Frankfurt. Nichts gegen die neuen Deutschen Meister, alle Anerkennung auch ihren hervorragenden Leistungen — aber muß man nicht doch stärkste Bedenken dagegen anmelden, daß Kinder nun schon in Meisterschaftskämpfe geschickt werden, die eigentlich doch nur Erwachsenen vorbehalten sein sollten und müßten? Wir wollen hier gar nicht von den physischen Anstrengungen sprechen, die derartige Wettbewerbe und die Vorbereitungen auf sie zwangsläufig mit sich bringen, uns geht es allein um erzieherische Grundsätze, und wir bedauern sehr, daß man sich im Deutschen Eislaufverband nicht zu dem Entschluß durchgerungen hat, den man am Morgen des Meisterschaftstages anscheinend noch fassen wollte: den Elfjährigen von der Teilnahme auszuschließen.

Wir haben darüber gerade vor einem Jahr schon ausführlich geschrieben und können es heute aur wiederholen: Kinder und Jugendliche sollten von Meisterschaftstreffen generell ausgeschlossen werden. Hier sollte der Deutsche Sportbund einmal ein energisches Wort reden und die Führer unserer Sportverbände zur Vernunft bringen. Kinder und Jugendliche gehören nun einmal nicht in das Rampenlicht so großer öffentlicher Wettbewerbe, schickt man sie dennoch hinein, so wird der gesunde Gedanke des Sportes tatsächlich in sein Gegenteil verkehrt.

Im vergangenen Jahr noch wurde das Paar Kilius—Ningel, das knapp zuvor die gleiche Meisterschaft nur mit einem halben Punkt verloren hatte (wobei viele sachverständige Beobachter der Ansicht waren, daß man sie zu Unrecht nur auf den zweiten Platz hinter Minor—Braun gesetzt hatte), nicht zu den Europameisterschaften in Bozen entsandt, damals mit der vernünftigen Begründung, Kinder dürften nicht an derartigen internationalen Kämpfen teilnehmen. Heute scheint die Kunstlaufkommission des DEV diese Bedenken nicht mehr zu haben.

#Kaum hat das neue Automobilrennjahr begonnen, da ist auch schon wieder Mercedes Benz am Start. Im Autodrom von Buenos Aires wurde mit dem Großen Preis von Argentinien der erste diesjährige Lauf der Weltmeisterschaft ausgetragen, und unter dem begeisterten Jubel seiner 400 000 als Zuschauer anwesenden Landsleute konnte Weltmeister Fangio sich mit neuem Lorbeer schmücken. Unangefochten siegte er mit einer Minute Vorsprung vor Dr. Farina auf Ferrari. So sind also die ersten Versuche der ausländischen Automobilfabriken, dem deutschen Werk die Führung im internationalen Automobilrennsport zu entreißen, fehlgeschlagen. W. F. K.