In Dingen der Kunst führen Einteilungen meist nur zum Vergröbern, wenn nicht gar zum Fälschen. So auch beim Funk die Einteilung in „Musik“- und „Wortsendungen“. In Wirklichkeit gibt es da keine scharfe Grenze, sondern eher eine gleitende Skala von der rein musikalischen Sendung (etwa von Kammermusik) zur rein textlichen (etwa denNachrichten). Nahe der Mitte der Skala, noch auf der Seite des „Wortes“, liegen die Hörspiele, Hörfolgen, Features, Hörbilder – alles Formen, die auf die Mitwirkung der Musik und also auf Komponisten angewiesen sind. Diese Funkkomponisten, in der Öffentlichkeit viel zuwenig beachtet, können den künstlerischen Rang vieler Wortsendungen entscheidend beeinflussen. Große Anforderungen werden an sie gestellt: sie müssen sich in die verschiedensten Stile einfühlen können, ausgebreitete Kenntnisse der Musikliteratur haben, erfinderisch und in allen Techniken erfahren sein – und immer bereit, hinter dem Werk, dem ihre Musik dienen soll, zurückzutreten. Mit dem „Untermalen“, dem „Illustrieren“ und dergleichen ist es nicht allein getan; eine Funkdichtung verlangt vom Funkkomponisten ein Mitdichten in Klängen. Die künstlerischen Ansprüche sind hier zumeist viel höher als beim durchschnittlichen Film (wenigstens dem deutschen), obwohl der Auftrag vom Film für Musiker lukrativer zu sein pflegt. Trotzdem: der Funk hat heute für viele, die etwas können, mehr Anziehungskraft als der Film, und mancher Komponist von hoher Qualität arbeitet im Team einer Hörspielabteilung. Die Namen Winfried Zillig, Siegfried Franz, Hans-Martin Majewsky etwa sieht man sehr häufig im „Vorspann“ von Hörspielen oder Features. An dem oft und mit Recht gerühmten hohen Niveau der deutschen Hörsoielproduktion haben die Funkkomponisten ihren nicht geringen Anteil. Die Hörer richten im allgemeinen ihre Aufmerksamkeit auf die Worte und hören die Musik nur mit halbem Bewußtsein.

Wir werden sehen:

Freitag, 21. Januar, 21 Uhr:

Ludwig Berger hat seine dramatische Phantasie „Frau Mozart“, die das Leben Constanze Mozarts und ihrer Schwestern in den Bogen der Wiener Musik von Haydn bis zu Schubert einspannt, ursprünglich für die Bühne geschrieben. Nun kommt aber seine eigene Fernsehinszenierung (mit Susi Nicoletti, Gretl Schörg und Inge Brücklmier als Trio der Schwestern) der Uraufführung im Josefstädter Theater noch zuvor.

Sonntag, 23. Januar, 21.00: Alois Johannes Lippl inszeniert mit bayerischen Darstellern Ludwig Thomas Volksstück „Magdalena“

Wir werden hören:

Donnerstag, 20. Januar, 21.45 Uhr aus Bremen: