Da hört die Lästerung auf

Im Steuerausschuß des Bundestages bemerkte der FDP-Abgeordnete Mießner beiläufig: „So Gott will, werden wir das Gesetz über die Steuerreform im nächsten Jahr haben.“ Darauf der durch Witz und Schlagfertigkeit bekannte CDU-Abgeordnete Dresbach: „Ich mache den Herrn Kollegen von der FDP darauf aufmerksam, daß die Anrufung des lieben Gottes der CDU/CSU vorbehalten ist.“ Ein Frankfurter, der sich als Journalist bezeichnete, forderte darauf den Bonner Oberstaatsanwalt auf, der Sache nachzugehen. In letzter Zeit häuften sich die Fälle, in denen Bundestagsabgeordnete in solcher Weise daherredeten, schrieb er. Erstaunlicherweise warf der Oberstaatsanwalt diesen Brief nicht in den Papierkorb, sondern verlangte von Dresbach, er solle innerhalb von vier Wochen zu dem närrischen Schreiben Stellung nehmen.

Mangel an Denkschärfe

In Deutschland verdanke die Demokratie ihre Existenz weniger den Anstrengungen der Bevölkerung, als der Niederlage der Reaktionäre im Krieg, erklärte der britische Labourführer Attlee kürzlich in einem Vortrag vor der Freien Universität Berlin. Ferner kritisierte er den preußischen Geist als „totalitär“ und den Geist der „deutschen Genossen“ als zu autoritär: „Bei meinem Mangel an Denkschärfe und bei meiner Vorliebe für das Praktische bekenne ich mich zu der britischen Art.“

Wer ist Soutou?

Als vor einigen Tagen der Journalist A. bei der größten französischen Bildagentur Intercontinental ein Bild Soutous, des zweiten Kabinettschefs des französischen Ministerpräsidenten, erwerben wollte, entspann sich zwischen ihm und dem Angestellten der Agentur B. folgender Dialog: A.: „Ich möchte ein Photo von Herrn Soutou.“ – B.: „Haben wir nicht. Wer ist denn Herr Soutou?“ – A.: „Nun, er ist immerhin die diplomatische Entdeckung dieses Jahres; der geistige Vater der Pariser Abkommen zum Beispiel.“ – B.: „Ah so – was man nicht alles erfährt.“

Späte Erkenntnis