Die Veröffentlichung der DM-EB und der fünf folgenden Bilanzen bis einschl. 1953 nahm die gewerkschaftlichgenossenschaftliche Lebensversicherungs – Aktiengesellschaft „Alte Volksfürsorge“. Hamburg, zum Anlaß, der Presse ein Bild ihrer Weiterentwicklung im vergangenen und im bevorstehenden Jahr zu geben. Vorstandsmitglied Hans Weisshaar berichtete von einem überaus günstigen Geschäftsergebnis im rückliegenden Jahr und deutete an, daß bei dem zu erwartenden weiteren Aufschwung 1955 mit einer Bilanzsumme von 600 Mill. DM gerechnet werden könne (1953 hatte sie 397 Mill. DM betragen). Das Unternehmen, dessen Aktionäre die Gewerkschaften und die Konsumgenossenschaften sind, stellt die zweitgrößte deutsche Lebensversicherung dar. Sie hat die Gewinnbeteiligung der bei ihr Versicherten bereits seit der Währungsreform durchgeführt und rund 68 Mill. DM dafür zur Verfügung gestellt. Für jedes Geschäftsjahr seit der Währungsreform gewährt sie 20 v. H. der Jahresprämie – bis einschl. 1953 also bis zu 100 v. H. einer vollen Jahresprämie – als Gewinnanteil.

Die Versicherungsleistungen beliefen sich seit der Währungsreform auf 85,5 Mill. DM und die Prämieneinnahmen auf 88,9 Mill. DM. Das Gesamtvermögen betrug Ende 1954 rund 464 Mill. DM. Eine besondere Unterstützung ließ man dem sozialen Wohnungsbau zukommen: bis Ende 1954 flossen ihm über die „Alle Volksfürsorge“ 225 Mill. DM zu, ein Betrag, für den man theoretisch, wie Dir. Weisshaar feststellte, eine Stadt von 200 000 Einwohnern errichten könnte. Insgesamt wurden für den sozialen Wohnungsbau 60 v. H. der für Anlagen freien Mittel zugeführt. Auch das Neugeschäft hat sich im Vorjahr sehr günstig entwickelt. Die Höhe der Monatsbeiträge stieg auf 1,236 Mill. DM, während sie vergleichsweise 1950 nur 778 000 DM betragen hatten. Eine ähnliche erfreuliche Aufwärtsentwicklung ist bei der Schwestergesellschaft „Eigenhilfe Sachversicherung AG“ festzustellen; sie verfügte 1954 über einen Versicherungsbestand von 1,3 Millionen und Beitragseinnahmen in Höhe von 21 Mill. DM. Seit der Währungsreform hat sie 186 000 Schadensfälle mit insgesamt 45,5 Mill. DM reguliert.

AR-Mitglied Bürgermeister a. D. Max Brauer umriß Sinn und Inhalt der Arbeit der „Alten Volksfürsorge“ als sozialen Dienst, um der breiten Masse eine erhöhte Sicherheit zu geben. Diese Tatsache gehe allein schon aus der auf 4 v. H. limitierten Dividende hervor, die bedeute, daß alle Geschäftserfolge in erster Linie den Versicherten zugute kommen, w w.