Von Adolph C. Nickelsen

Nicht immer sind Namen zugleich Begriffe – wenn sie es sind, zeugt das von einer vorhandenen Kraft, die den Namen zum Begriff werden ließ. So ist „ANUGA“, der Name für die Allgemeine Nahrungs- und Genußmittelausstellung in Köln, zu einem Begriff geworden in allen einschlägigen, in- und ausländischen Fachkreisen. Die „ANUGA“ repräsentiert die Leistungsschau der gesamten Ernährungswirtschaft. Sie ist der internationale Markt für alle Nahrungs- und Genußmittel, der in Köln – nicht von ungefähr – seinen festen Stand gefunden hat.

Von Köln, der Handels- und Wirtschaftsmetropole am Rhein, nahm die ANUGA vor mehr als 30 Jahren ihren Ausgang. 1951 startete sie nach fast 15jähriger Unterbrechung zum zweitenmal in Köln. Schon diese erste sehr erfolgreiche Nachkriegsveranstaltung, die von dem Hauptverband des Deutschen Lebensmittel-Einzelhandels gemeinsam mit der Messe- und Ausstellungs-Gesellschaft Köln durchgeführt wurde, verwirklichte weitgehend eine alte Forderung nach einer marktmäßigen Repräsentation der Nahrungs- und Genußmittelwirtschaft.

Noch stärker war das der Fall bei der nachfolgenden ANUGA 1953. Sie wurde in jeder Beziehung ein Erfolg. Die Gründe aufzuzählen, die den von allen beteiligten Wirtschaftskreisen einmütig anerkannten Erfolg der ANUGA herbeiführten, würde hier zu weit führen. Ausschlaggebend aber war die Verbindung mit dem Marktplatz Köln. Seine zentrale Verkehrslage wie die überaus günstige marktwirtschaftliche Lage inmitten des größten und konsumkräftigsten deutschen Verbrauchergebietes sind bedeutsame Faktoren.

Vor allem hat sich der besondere messepolitische Kurs der Kölner Messe, konzentrierte Branchenmärkte für bestimmte Konsumgütergruppen zu schaffen, in der ANUGA bestens bewährt. Mit der von ihr erreichten Branchenkonzentration und dem umfassenden Warenangebot auf dem gesamten Ernährungsgebiet kann sie auf dem Gebiet des Ausstellungswesens als beispielhaft gelten. Das brachte ihr auch die erfreuliche internationale Ausweitung: 1953 überstiegen die ausländischen Aussteller aus 37 Ländern sogar noch um ein weniges die deutsche Beteiligung. Als Besucher kamen Fachinteressenten aus fast allen europäischen Staaten.

Nun wirft die ANUGA Köln 1955 schon ihre Schatten voraus, und sie lassen, wenn möglich, auf eine noch bedeutendere und eindrucksvollere Veranstaltung schließen. Abgesehen von den ausländischen Einzelausstellern haben bereits 12 Länder ihre geschlossene Beteiligung zugesagt. In der Angliederung einer – für Deutschland erstmaligen – Sonderschau „Packung und Verpackung“ wird die ANUGA 1955 eine bemerkenswerte und hochaktuelle Erweiterung erhalten. Sowohl in den Kreisen der Packungs- und Verpackungswirtschaft als auch in den Kreisen der besonders verpackungsintensiven Nahrungs- und Genußmittelwirtschaft sieht man dieser Sonderschau mit größter Aufmerksamkeit entgegen. Der Lebensmittel-Einzelhandel weit über Deutschlands Grenzen hinaus hat die Tage der ANUGA in Köln vom 1. bis 9. Oktober in seine Dispositionen für 1955 schon heute weitgehend einbezogen.