Auf der HV der Klöckner-Humboldt-Deuts AG in Köln, die erstmals seit der Währungsreform für 1953/54 (30. Juni) 7 v. H. Dividende auf 65 Mill. DM Grundkapital (1 : 1,5 umgestellt) beschloß, erklärte Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Jakopp, daß sich die günstige Auftrags- und Beschäftigungslage des Berichtsjahres In den inzwischen verflossenen ersten 6 Monaten des neuen Geschäftsjahres fortgesetzt hat. Der Vorstand nimmt an, daß auch im weiteren Verlauf des Jahres nicht nur die Vollbeschäftigung aufrecht erhalten werden könne, sondern daß der geplanten Kapazitätsausweitung auf einigen Fertigungsgebieten entsprechend die Zahl der Mitarbeiter noch erhöht werden könne.

Das vorliegende Investitionsprogramm für 1 1/2 Jahre sieht im Durchschnitt eine etwa doppelt so hohe Investierung vor wie Im Berichtsjahr. Die Gesellschaft hat 1953/54 rund 14,5 Mill. DM aus Abschreibungen finanziert, seit der Währungsreform insgesamt 76,2 Mill. DM, wovon 72,4 Mill. DM aus Abschreibungen aufgebracht worden sind. Noch immer, so führte Jakopp aus, sei der Motorenbau das Kernstück des Fabrikationsprogrammes. Man könne zwei Entwicklungslinien unterscheiden: die eine führe zum Ausbau und zur Abrundung der luftgekühlten Motorenreihe, die andere zum Zweitaktmotor mit höherer Leistung. Bei beiden Entwicklungen sehe man noch steigende Absatzmöglichkeiten. Das Traktorenprogramm werde durch einen am in- und ausländischen Markt sehr gefragten Radschleppertyp mit 22 PS erweitert. Demnächst wird auch ein Raupenschlepper mit 90 PS herauskommen. Das Tochterunternehmen Westwaggon befaßt sich mit der Entwicklung neuer Typen von Diesellokomotiven, denen man trotz Elektrifizierung von Bundesbahnstrecken nach wie vor eine große Zukunft zutraue.

Bei dem vorliegenden Auftragsbestand für die Werke Deutz und Ulm könne man, selbst bei sehr vorsichtiger Beurteilung der Zukunftsaussichten, das geplante Investitionsvorhaben nach Inhalt und Umfang verantworten. Das erste Halbjahr des neuen Geschäftsjahres habe bei zunehmender Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten erhöhte Umsätze gebracht. Auf der HV waren 126 Aktionäre bzw. Aktionärvertreter mit nom. 56,56 Mill. DM Aktien von 65 Mill. DM Grundkapital vertreten. Die Versammlung beschloß noch, anstelle, der Namensaktie wieder die Inhaberaktie einzuführen. W.