Auf der HV der Stahlwerke Bochum AG, Bochum, die die Abschlüsse für 1951/52 und 1952/53 (30. September) verabschiedete – vertreten waren rund 89 H. des 24,2 Mill. DM betragenden Grundkapitals, Großaktionär Pirna Otto Wolff, Köln (76 v. H.) – teilte der stv. AR-Vorsitzende Dr. Fritz Meyer-Struckmann, Essen, mit, daß zwar auch für das inzwischen zu Ende gegangene nachfolgende Geschäftsjahr 1953/54 die Aufnahme der Dividendenzahlung noch nicht möglich sei, daß aber nach dem stärkeren Anlaufen der Produktion im neuen Breitbandkaltwalzwerk im nunmehr laufenden Geschäftsjahr mit großer Sicherheit zu erwarten ist, daß sich die Ertragslage bessert. Der Bau dieser Anlage habe 53 Mill. DM gekostet. Die Absatzlage sei zur Zeit günstig; für Edelstahl braucht man eine Lieferzeit von 4 bis 5 Moraten, für Bleche von 5 bis 6 Monaten, Versorgungsschwierigkeien seien bei Nickel aufgetreten. Besonders günstige Aussichten erwarte man von dem weiteren Ausbau der Edelstahlkapazität,

Der Umsatz im Geschäftsjahr 1953/54 (30. September) belief sich auf 129,4 Mill. DM, Die Rohstahlerzeugung betrug 1953/54 rund 183 000 t, das sind etwa 10 v. H. mehr als im lebten Vorkriegsjahr 1938. Die Blecherzeugung, die bereits in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren um etwa 30 v. H. aber dem Vorkriegsstand lag, konnte trotz schwieriger Marktverhältnisse 1953/54 nochmals leicht auf 133 000 t erhöht werden, Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Verwaltung mit einer weiter günstigen Auftragslage, wobei sich vor allem die Ausnutzung der Kapazität des neuen Breitbandkaltwalzwerkes von etwa 12 000 t Feinblech im Monat auswirken werde. Dr. Meyer-Struckmann bat um Verständnis bei den Aktionären, daß auch für das jetzt beendete Geschäftsjahr 1953/54 noch keine Dividende verteilt werden könne, weil man zunächst für den weiteren Ausbau des Werkes habe Sorge tragen müssen, Die HV beschloß, nach Abzweigung von 3 Mill. DM aus dem Ertrag für Sonderabschreibungen den verbleibenden Gewinn von 1,30 Mill. DM zur teilweisen Tilgung des Verlustvortrages aus dem Vorjahr In Höhe von 1,81 Mill. DM zu verwenden, ein Restverlust von 0,51 Mill. DM wird vorgetragen. D.