Zu den erfolgreichsten Schrittmachern des europäischen Gedankens konnten sich nach dem zweiten Weltkriege die Eisenbahnen entwickeln. Sie haben die ersten Brücken über die Grenzen geschlagen und damit die europäische Bevölkerung wieder in engeren Kontakt gebracht. Dabei ist der Kampf um die Beseitigung der Paß- und Zollschwierigkeiten an den Grenzübergängen zwar immer recht schwierig gewesen; aber mit behutsamer Arbeit sind doch erfreuliche Fortschritte gemacht worden. Insbesondere wurden bei den wichtigsten Zügen die Kontrollen während der Fahrt eingeführt, so daß die Grenzaufenthalte stark abgekürzt werden konnten. Bei den Schlafwagenläufen wurde zunehmend ein Verfahren eingeschlagen, das den Fahrgästen ihre Nachtruhe beließ.

Der Beginn der ersten deutschen Schlafwagenläufe über die Grenze zwischen Großenbrode und Chur sowie zwischen Frankfurt/M. und Interlaken hat aber deutlich gezeigt, daß in dieser Entwicklung immer noch Störpunkte vorhanden sind. In Basel legt nämlich der schweizerische Kontrollposten besonderen Wert darauf, daß jeder Reisende in den Schlafwagen während der Nacht gestört wird. Die alten Mitropa-Verbindungen sind noch in bester Erinnerung, und an die nunmehr durch die DSG wieder aufgenommenen Verbindungen werden große Erwartungen geknüpft. Bei zwei Empfangen in Chur bzw. in Interlaken, bei denen maßgebende Persönlichkeiten der Eisenbahnen und der Fremdenverkehrsorganisationen vertreten waren, fielen sehr scharfe Worte gegen die Zollbehandlung in Basel. Man wies hier mit allem Nachdruck darauf hin, daß bei den Grenzübergängen in die Westschweiz schon seit mehr als Jahresfrist die Fahrgäste in den Schlafwagen ihre Pässe dem Schaffner abgeben und damit eine Zollerklärung verbinden. Nunmehr wurde in Chur und in Interlaken die Frage aufgeworfen, warum dies nicht auch in Basel möglich sei. Man kündigte endlich energische Schritte an. pl.