Joachim G. Leithäuser: Die zweite Schöpfung der Welt. Safari-Verlag, Berlin. 420 Seiten. 18,50 DM.

Dieses vorzügliche Werk trägt den Untertitel „Eine Geschichte der großen, technischen Erfindungen von heute“. Der Verfasser unterscheidet drei Stadien der Entwicklung: das der unbekannten Erfinder in grauer Vorzeit, das der bekannten und das der wiederum unbekannten, worunter er jene hochqualifizierten Spezialisten versteht, deren Leistungen zu kompliziert und unübersehbar sind, um von der Allgemeinheit gebührend gewürdigt zu werden. – Letzte Folgerung des nicht nur referierenden Buches: „Der große Schöpfungsakt hat eben erst begonnen, wir stehen an seinem Anfang.“

Heinz Gartmann: Träume, Forscher, Konstrukteure. Econ-Verlag, Düsseldorf. 328 Seiten. 12,80 DM.

Der Verfasser, ist seit langem bekannt als „literarischer“ Vorkämpfer für Raketen und Weltraumfahrt, denen auch das vorliegende Buch gewidmet ist. Auch er geht dem heute Erreichten bis in seine Anfänge nach, die allerdings erst ein knappes, halbes Jahrhundert zurückdatiert sind. Während dieser kurzen Spanne jedoch überstürzten sich die Ereignisse mit solcher Wucht, daß man ohne das vorliegende Kompendium als Laie kaum nicht Schritt halten kann.

Das Buch ist im Stil der aktuellen Reportage geschrieben und hält bei aller Sachlichkeit das Interesse durch immer neue Spannungsmomente bis zur letzten Seite wach.

Waldemar Kaempfert: Grenzen der Erkenntnis. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln–Berlin. 303 Seiten. 11,80 DM.

Auch hier geht es um neue Horizonte in Wissenschaft und Technik. Eine Reihe aktueller Themen wird zur Diskussion gestellt, von den künstlichen Herzen und Lungen über Atomtreibstoff, Geheimschritten bis zu versunkenen Schätzen; soviel Material, daß der Autor um seiner Glaubwürdigkeit halber bei den zuständigen Fachleuten sich hätte rückversichern müssen. In einem Kapitel über die wissenschaftliche Berechnung von Glückszufällen hat er das offenbar versäumt. Man höre und staune: „Ein britischer Seemann wurde von einer Woge über Bord gespült und von der nächsten aufs Schiff zurückgetragen, wobei er noch die Kartoffel, die er gerade schälen wollte, in der Hand hielt.“ So geschehen laut Bericht eines UP-Korrespondenten im Jahre 1943. Der Rezensent kann beschwören, dieselbe Geschichte ein gutes Dutzend Jahre zuvor auf einem Hapagdampfer erfahren zu haben von einem Augenzeugen, der als Matrose oftmals mit einem Segler südlich von Kap Horn gefahren war. Allerdings schälte der Held keine Kartoffel, was ihm an Deck bei Windstärke 12 auch schwergefallen wäre. Hier wie in anderen Kapiteln widersteht der Autor, wie er selbst bemerkt, „nur schwer der Versuchung, Entdeckungen und ihre Folgen so dramatisch wie möglich zu schildern“. Das Resultat ergibt ein voluminöseres „Readers Digest“, dessen Auflagezahl ja wohl mit zu den höchsten aller Journale zählt. h. h.