In einer ao HV der Berliner Industriebank AG‚ auf der über 97 v. H. des 10 Mill. DM betragenden AK (je 5 Mill. DM Stamm- und Vorzugsaktien) vertreten waren, wurde eine Erweiterung der Satzung beschlossen. Darnach steht dem Bund (ERP-Sondervermögen), dem einzigen Vorzugsaktionär, im Falle der Liquidation der Gesellschaft der Liquidationserlös nach Erfüllung allerVerbindlichkeiten nicht mehr in voller Höhe, sondern nur noch in einem Teilbetrag zu, der sich aus einer zunächst auf zwei Jahre befristeten Erhöhung der Zinsmarge ergibt. Die Bank, die nach dem letzten Geschäftsbericht für 1953 bei einer Bilanzsumme von über 732 Mill. DM langfristige Ausleihungen in Höhe von über 594 Mill. DM ausgewiesen hat, hatte 1949 damit begonnen, die für die Ingangsetzung der Berliner Wirtschaft nach der Blockade vorgesehenen ERP-Gegenwertmittel vornehmlich in Form von Investitionskrediten zu vergeben.

Mit Rücksicht auf die schwierigen Startbedingungen der Berliner Wirtschaft war der Einstandszinssatz auf 4 v. H. festgesetzt worden, während der Endkreditnehmer 5 v. H. zu zahlen hatte, so daß der Bank nur eine Marge von 1 v. H. verblieb. Im Bundesgebiet betragen die Zinssätze für vergleichbare Kredite aus Gegenwertmitteln 5,5 und 7,5 v. H. Infolge der niedrigen Marge war es der Bank noch nicht möglich, eine Dividende zu zahlen. Die bisherigen Ertragsverhältnisse haben bis Ende 1954 lediglich Wertberichtigungen in Höhe von etwa 3 v. H. auf wertberichtigungsfähige Ausleihungen ermöglicht, die als Mindestbetrag angesehen werden. Zur Verbesserung des Ertrages hat sich der Bund außer zu dem Verzicht auf einen Teil des etwaigen Liquidationserlöses auch zur Ermäßigung des Einstandszinssatzes von bisher 4 auf künftig (vorerst für zwei Jahre) 3 v. H. bereitgefunden, so daß eine Verteuerung der Kredite für die Berliner Wirtschaft zum Glück vermieden wurde. g n s.