m. z., München

Am 18. Januar verlieh der Aachener „Karnevalsverein von 1859“ dem Abteilungsleiter im bayerischen Kultusministerium, Ministerialrat Dr. Georg Boegl, den Karnevalsorden „wider den tierischen Ernst“. Der Elferrat der Aachener, der seit 1950 alljährlich diesen Orden an Behördenvertreter überreicht, die „in Ausübung ihrer dienstlichen Obliegenheiten Humor bewiesen haben“, hatte Dr. Boegl dieser hohen Dekoration gewürdigt, weil er der diesjährigen Münchner Faschingsprinzessin Helga I (mit bürgerlichem Namen und Beruf Helga Ney, Volksschullehrerin) 44 Tage Sonderurlaub zur Ausübung ihrer Regentschaft bewilligt hatte.

Am 21. Januar bat Dr. Boegl den Karnevalsverein telegraphisch, von der ihm zugedachten Ehrung Abstand nehmen zu wollen, da seine Vorgesetzten Anstoß daran nähmen. Der Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium, Dr. Hans Meinzold, hatte nämlich erklärt: „Es ist nicht angemessen, Verwaltungsakte mit Faschingsorden zu belohnen.“