Im Dezember 1951 hat das Land Bayern, auf Betreiben des rührigen Staatssekretärs Ringelmann vom Münchner Finanzministerium, eine Minderheitsbeteiligung an der Maxhütte AG. (Sitz Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz) zum Preis von 20 Mill. DM erworben. Ein Beschluß der Landtagsmehrheit, der im letzten Jahr (noch kurz vor den Neuwahlen) zustande gekommen ist, verpflichtet das Finanzministerium zum Verkauf dieses Aktienpakets. Für den Amtsnachfolger des Herrn Ringelmann, Staatssekretär Dr. Panholzer, hat sich nun freilich in den Verhandlungen mit der Flickgruppe eine Schwierigkeit ergeben, an die man s. Z.’bei der Beschlußfassung im Landtag wohl noch kaum gedacht hatte: in der Frage des „angemessenen Preises“ nämlich. Die Flickgruppe war zunächst nicht geneigt, sehr viel mehr zu bieten als den damaligen Kaufpreis; inzwischen hat sie sich allerdings bis auf die 2,5 Mill. DM „heraufhandeln“ lassen. Aber auch das erscheint dem bayerischen Finanzminister, dessen Forderungen bis zu 40 Mill. DM gehen, als noch zu wenig. Wie man sieht, tut sich hier ein echtes Dilemma auf: verweist die Finanzbehörde auf die „enormen Kurssteigerungen“; die für Aktienwerte vergleichbarer Montanbetriebe mittlerweile eingetreten sind, so wird ihr das den Vorwurf eintragen, daß sie sich auf spekulative Überlegungen eingelassen habe; fordert sie aber einen Preis, der in der Nähe der damaligen Kaufsumme liegt, so muß sie darauf gefaßt sein, daß man sie der Verschleuderung von Staatsbesitz zugunsten eines Großkonzerns bezichtigt. Wie sie auch verfahren möge: in jedem Falle wird sie mit unfreundlichen Kommentaren zu rechnen haben. G.K./M.K.