Mit einem sehr guten Bilanzbild hat die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG, Köln, ihren Großaktionären auf der oHV vom 27. Januar aufwarten können. Das AK von 90 Mill. DM liegt in den Händen der RWE-Töchter, und zwar mit 40 v. H. bei der Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation und mit weiteren 45 v. H. bei der Braunkohlen- und Briketwerke Roddergrube AG. Für 1953 erhält das AK erstmalig wieder eine Dividende von 4 v. H.; für 1954 ist eine gleiche Dividende angekündigt. Die Ertragskraft des Unternehmens ist erstaunlich gut. Dabei fallen noch nicht einmal Gewinne bei der Erdölverarbeitung m, die rund 60 v. H. Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens hat. Vielmehr haben die beiden Produktionszweige Ammoniakerzeugung und Methanolerzeugung mit ihren Überschüssen noch eine gewisse Unterbilanz in der Erdölverarbeitung decken müssen, aber auch decken können.

Dazi brauchte das Unternehmen in seiner Bilanzpolitik nicht einma knauserig zu sein. Wir haben hier den seltenen Fall, daß seit einigen Jahren mehr abgeschrieben als investiert werden konnte. Seit der Währungsreform wurden 115 Mill. DM an Abschreibungen verbucht, dagegen 97 Mill. DM investiert. Die jährliche Abschreibungssumme liegt zur Zeit bei 25 Mill. DM; die Investitionspläne liegen in Größenordnungen von Jährlich 15 Mill. DR. Die Bilanz ist daher daher und durch gesund“. Die Anlagen sind per 31. Dezember 1953 von 171,6 auf 160,3 Mill. DM bei 17.6 Mill. DM Zugängen heruntergegangen. Bei wenig veränderten Bestandskonten von zusammen 8,69 (9,7) Mill. sind Wertpapiere von 0,2 auf 8,77 Mill. DM erhöht. Diese Entwicklung wird auch in der Bilanz für 1954 fortschreiten, war zu hören. Man habe nicht ausgenutzte Abschreibungen in gut verzinslichen Wertpapieren angelegt und gegenwärtig bereits ein ansehnliches Liquiditätspolster erreicht. Das Unternehmen stehe allerdings auch vor der Notwendigkeit, längst fällige Altschulden in Höhe von etwa 7 Mill. DM in Kürze zurückzahlen zu müssen. Außerdem werden Bankguthaben mit 16,2 (15,3) Mill. DM ausgewiesen. Ihnen stehen Sonstige Verbindlichkeiten mit 15,3 (20,2) Mill. DM gegenüber, wobei es sich um 5,8 Mill. DM fällig werdende Zinsen auf die Kreditgewinnabgabe, um 5,2 Mill. DM Körperschaftsteuer und um 2,6 Mill. DM Gewerbesteuer handelt. Auf der Passivseite betragen Rücklagen (einschl. 21,7 Mill. für LAG) 30,7, Kreditgewinnabgabe 40.7 und Rückstellungen für ungewisse Schulden 8,57 Mill. DM.

Das Unternehmen ist im ständigen Ausbau seiner Ammoniak- und Methanol-Kapazitäten, worin es zur Zeit mehr als vollbeschäftigt“ ist. Die Erdölverarbeitung konnte gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung des Durchsatzes um rund 35 v. H. aufweisen. Die Erdölkapazität beträgt etwa 800 000 t Kuweitöl im Jahr. Die Anlage verarbeitet zur Zeit ein Drittel deutsches und zwei Drittel Kuweitöl. Allerdings ist die Wirtschaftlichkeit nicht befriedigend. Man hofft, daß die (bekanntlich sehr umstrittenen) Wünsche auf Zollerhöhung für Erdöl-Fertigprodukte im Rahmen der gegenwärtig wieder im BWM geführten Gespräche realisiert werden können. Anderenfalls aber – so erklärte die Verwaltung auf einer Pressekonferenz – werde man mit seinem Partner, der Deutsche Shell AG, ein neues Arrangement erreichen müssen, weil das Unternehmen auf die Dauer bei der Erdölverarbeitung nicht länger auf seinen Verlusten sitzenbleiben könne. – Es wäre zu wünschen, so meinen wir, wenn eine solche zweiseitige Lösung gefunden werden könnte, weil Jedes Strapazieren der Zoll-Apparatur im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse vermieden werden sollte. rlt.