Seit längerer Zeit sind Besprechungen zwischen dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Weitz, und Vertretern des sowjetrussischen Roten Kreuzes in Aussicht genommen. Die Vorverhandlungen wurden mit der sowjetischen Botschaft in Ostberlin geführt. Die Einreiseformalitäten sind geregelt. Das Thema der Besprechungen soll vor allem das Schicksal der noch zurückgehaltenen Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilpersonen sein. Die Verhandlungen hätten bereits beginnen können. Moskau zögert aber noch. Hier hätte es eine gute Gelegenheit, zu beweisen, ob es mit seiner Erklärung über die Beendigung des Kriegszustandes mit ganz Deutschland mehr wollte, als Propaganda treiben. Denn die Entlassung der noch zurückgehaltenen Kriegsgefangenen und Zivilpersonen, das Hauptthema der verzögerten Roten-Kreuz-Konferenz in Moskau, wäre doch wohl die selbstverständlichste Folge der Beendigung des Kriegszustandes. R. S.