w. d.; Radeberg

Nachdem das Sachsenwerk Radeberg bisher 130 000 Fernsehgeräte des Typs „Leningrad“ produziert hat, ist die Fertigung nun auf den Typ „Rembrandt“ umgestellt worden. Der erstgenannte Fernsehempfänger war ein russischer Lizenzbau und mußte laut veröffentlichter Planstatistik des Werkes zu 85 v. H. in die UdSSR exportiert werden. Der Typ „Rembrandt“ ist eine Entwicklung sowjetdeutscher Funkspezialisten, der überwiegend zum Absatz in Mitteldeutschland bestimmt ist. Das Gerät wird mit drei oder mit zehn Frequenzen sowie mit 23 Röhren ausgestattet, es wiegt 53 Kilogramm. Der Preis dieses Empfängers, der 1955 in einer Stückzahl von 60 000 hergestellt Pferden soll, beträgt 1300 Ostmark. Etwas billiger soll die letzte Konstruktion des Sachsenwerkes, der „Rubens“, werden. Dieses Fernsehgerät hat ein Gewicht von 30 kg und verfügt nur über 17 Röhren. Auch die Bildgröße mit 24 cm entspricht nicht den internationalen Maßen (der Empfänger mit der kleinsten Bildgröße in der Bundesrepublik mißt 36 cm, die am meisten verkauften Geräte messen 43 cm).

Außer den 1000 in Ostberlin aufgestellten Fernsehempfängern – zumeist in Klubräumen politischer Organisationen und bei hohen Funktionären – sollen auch die fast 4000 Fernseher in Westberlin ab Sommer 1955 das ostzonale Fernsehprogramm empfangen können. Zur Zeit ist das Ostprogramm in den Westsektoren nicht zu empfangen, weil sein Sender eine andere Bilddichte als die Stationen des „Deutschen Fernsehens“ in der Bundesrepublik und in Westberlin hat. Der Bau eines neuen Fernsehsenders in Ostberlin soll diese technischen Mängel beseitigen.